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172MM1002 Studium Generale

Beginn Mi., 27.09.2017, 18:00 - 19:30 Uhr
Kursgebühr 84,00 €
Dauer 13 Abende
Kursleitung Rainer Holl
Dr. phil. Walter Eschenbacher
Prof. Dr. Udo Worschech
Dr. Martin Lanzinger
Mareike Hartmann
Dr. Silvia Rieder
Dr. Steffen Ewig
Christa Koch

27.09.17, Rainer Holl
Städteboom nach langer Pause
Schon in der Spätantike waren die Bevölkerungszahlen des Römischen Reichs drastisch zurückgegangen. Als die germanischen Stämme ihre Wanderungen beendet und eine neue Heimat gefunden hatten, reichte der Ertrag ihrer schlichten Landwirtschaft gerade zur Selbstversorgung der nicht sehr zahlreichen Neusiedler. Die römischen Städte ließen sie (zumeist) verfallen, die römischen Straßen wurden nicht mehr gewartet und der Handel versiegte. Erst im 11. Jh. ließen neue landwirtschaftliche Methoden die Bevölkerung wieder anwachsen. Jetzt konnte über den Eigenbedarf hinaus produziert werden. Damit kam auch der Handel wieder in Schwung: Märkte entstanden, Städte wurden gebaut.
Der Vortrag geht diesen Entwicklungen nach, die bis heute das Bild unserer Städte und bis ins 20. Jh. hinein unsere Lebensweise geprägt haben.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

04.10.17, Rainer Holl
Klöster, Burgen und Städte
Von diesen "Quellorten" wurden die Kultur und das Lebensgefühl des Mittelalters und der frühen Neuzeit gespeist. Hier wurden das Erbe der Antike und die Impulse aus den Begegnungen mit dem Islam aufgenommen und dem (nur langsam christianisierten) Abendland vermittelt. Mit dem Aufkommen der Geldwirtschaft in den italienischen Stadtstaaten verschoben sich die Schaltstellen der Macht von den Burgen in die Handelskontore. Auch die sozialen Verhältnisse wandelten sich in diesem Jahrtausend zwischen dem 6. und dem 16. Jahrhundert. Die Entdeckung außereuropäischer Länder brachte die vertraute Weltsicht ins Wanken und forderte eine grundlegende Neuorientierung.
Der Referent versucht zu zeigen, dass das Mittelalter durchaus nicht nur finster, sondern auch aufnahmebereit und kreativ war.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

11. und 25.10.17, Dr. Steffen Ewig
Philosophinnen - Gibt’s die überhaupt?
Eine Spurensuche nach den Frauen in der Philosophie von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Natürlich gibt es seit Menschengedenken auch denkende Frauen, speziell neben den bekannten Philosophen auch geistig bedeutende Philosophinnen. Doch kommen sie in den traditionellen Philosophiegeschichten meist nicht vor.
Das hat viele Gründe, u.a. die im christlichen Abendland über Jahrhunderte gepflegte Annahme, Männer komme der Geist zu und Frauen die Sinnlichkeit. Dies verhinderte, dass denkende Frauen als Philosophinnen bekannt und erfolgreich wurden. Dazu gab es erhebliche Beschränkungen für Frauen, eine höhere Bildung zu erlangen und sich öffentlich als fachlich qualifizierte Denkerinnen zu präsentieren. Dies kommentiert 1964 die berühmte Philosophin Hannah Arendt mit der Bemerkung: "Das braucht ja nicht eine männliche Beschäftigung zu bleiben!"
An diesen Abenden sollen bedeutende Denkerinnen vorgestellt und in ihren maßgeblichen Gedanken und Theorien gewürdigt werden.
1. Abend: Hildegard von Bingen (1098 - 1179)
2. Abend: Mechthild von Magdeburg (ca. 1210 - 1294)
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

18.10.17, Ausstellungseröffnung "Nashim - Fotografien und Geschichten jüdischer Frauen in Deutschland" des Fotografen Rafael Herlich
Diese Veranstaltung gehört nicht originär zum Studium Generale, sie passt jedoch sehr gut als Erweiterung dazu. Sie als Teilnehmende des Studium Generale sind herzlich dazu eingeladen - auch zum anschließenden Empfang. Es entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten.
50 Jüdinnen aus ganz Deutschland hat Rafael Herlich für seine Ausstellung "Nashim" (hebräisch für "Frauen") fotografiert. Die Porträtierten selbst haben Texte zu den Fotos geschrieben und damit einen Teil ihrer Biografie, Gefühle, Gedanken und Lebenseinstellungen offenbart. 30 seiner Werke werden nun in Memmingen gezeigt. Schülerinnen sind in der Ausstellung ebenso vertreten wie Rabbinerfrauen, Künstlerinnen, Soldatinnen - der deutschen und israelischen Armee -, eine Anwältin und eine Ärztin sowie mehrere Überlebende der Schoa. Die Portraits umfassen die unterschiedlichsten Lebensentwürfe von Frauen und zeigen sie sowohl in ihrer Verschiedenheit als auch in ihren Gemeinsamkeiten. Veranstaltet wird die Ausstellungseröffnung von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Memmingen in Kooperation mit der vhs Memmingen.
Veranstaltungsort: Rathaus der Stadt Memmingen, Marktplatz 1, Beginn: 19.00 Uhr.

08.11.17, Mareike Hartmann
Christlich-jüdischer Alltag in der mittelalterlichen Stadt
Die Doktorandin Mareike Hartmann forscht seit Jahren im Bereich der jüdischen Geschichte im Bodenseeraum an der Universität Konstanz. Dabei hat sie viele noch weithin unbekannte Zeugnisse der jüdischen Alltagsgeschichte durchforstet und interessante Erkenntnisse gewonnen, die der Öffentlichkeit bisher unbekannt sind. Ihr Vortrag im Rahmen des Studium Generale beleuchtet in vielen Bereichen ein unbekanntes und erstaunlich lebendiges Verhältnis zwischen Christen und Juden im städtischen Alltag
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

15.11.17, Prof. Dr. Andrea Friedhofen
Musik und mittelalterliche Gesellschaft
Hat Musik auf die Gesellschaft des Mittelalters eingewirkt und diese nachhaltig verändert? Welche Funktionen hatten Minnesang, Troubadouren und weltliche Musik versus Hymnus, Choral und Kirchenmusik? Haben sich bestimmte Gesellschaftsschichten über ihre "eigene" Musik definiert? Die Expertin gibt einen Überblick und geht auf interessante Details der mittelalterlichen Musikwelt im aufblühenden städtischen und höfischen Kontext ein.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

22.11.17, Dr. phil. Walter Eschenbacher
Deutsch-Jüdische Literaturgeschichte 1
Behandelt werden Erzählungen und Geschichten jüdischer Autoren, die das Leben, die Sitten und Einstellungen des Judentums - vor allem des Ostjudentums - anschaulich darstellen.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

29.11.17, Dr. phil. Walter Eschenbacher
Deutsch-Jüdische Literaturgeschichte 2
Perspektivenwechsel: Es soll gezeigt werden, wie deutschsprachige nichtjüdische Autoren das Judentum beziehungsweise das Schicksal der jüdischen Minderheit darstellen.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

06.12.17, Prof. Dr. Udo Worschech
Die christliche Kirche am Vorabend der Reformation
Dem ganzen Mittelalter hat es an einzelnen hervorragenden Männern und Frauen in der Kirche nicht gefehlt. Und dennoch empfanden viele Christen den Zustand der Kirche als unbefriedigend. Um die vorreformatorische Zeit zu verstehen, nimmt Sie der Referent mit auf den Weg, die damaligen Strukturen und Hierarchien begreiflich zu machen. Er klärt in seinem Vortrag auf, welche Faktoren hauptsächlich dazu beigetragen haben, dass am Ende der Schritt zur Reformation nur konsequent war. Dabei bespricht er sowohl die innerkirchlichen Diskussionen als auch die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen, in denen die kirchlichen Würdenträger agierten und die auch heute an Aktualität nicht verloren haben.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

13. und 20.12.17, Dr. Martin Lanzinger
Medizin im Mittelalter
Heute meist unbedeutende Krankheiten führten im Mittelalter nicht selten zum Tod. Ob "Seitenkrankheit", bakterielle Entzündungen, Viruserkrankungen, offene Brüche, Verletzungen oder Kindbettfieber - oft bedeuteten damals innere/äußere Verletzungen das sichere Lebensende. Hinzu kamen Seuchen, die aus unterschiedlichen Gründen insbesondere in den Städten des Mittelalters wüteten. Zusammen mit dem Bevölkerungswachstum hatte dies Einfluss auf die Gründung von Spitälern und anderen Versorgungszentren in den Städten. Welche Behandlungsmethoden kannte das Mittelalter? Halfen diese wirklich? Wie waren die Behandelnden ausgebildet? Wie entwickelten sich - in einer Zeit ohne Sozialversicherungen - die Versorgung und die Fürsorge für die Armen, die Kranken und die Alten? Der Referent wird an zwei Abenden mit den Schwerpunkten "Hygiene/Wundversorgung" und "Behandlungsmethoden/Pflege" in das Thema der Medizin im Mittelalter einführen.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

10.01.18, Dr. Sylvia Rieder
Urbanisierung, Arbeitsteilung und Globalisierung in Kunst und Handwerk im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit
Diese drei Schlagworte bringt man oft mit dem wirtschaftlichen Erfolg in Verbindung. Wie sich gerade die Arbeitsteilung in Verbindung mit dem Fernhandel auf den enormen Aufstieg der Städte im ausgehenden Mittelalter auswirkte, soll an Hand von ausgewählten Beispielen aus dem Kunsthandwerk gezeigt werden. An bekannten Namen und Kunstgegenständen, wie z. B. Dürer, Veit Stoss, Riemenschneider oder den Freisinger Altartafeln, kann dies besonders eindrucksvoll verdeutlicht werden. Auch auf wichtige andere Teilbereiche der Kunstgeschichte geht die Expertin ein.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

24.01.18, Christa Koch
Im Dienste von Hof und Reformation - die Cranach Familie
In Museen in Dessau, Wörlitz und Wittenberg wurde in den vergangenen Jahren der Einfluss der Familie Cranach auf die Reformation gewürdigt. Mit diesen Ausstellungen bereitete nicht nur das Bundesland Sachsen-Anhalt auf das Luther-Jubiläum 2017 vor. Lucas Cranach d.Ä. (1472 Kronach - 1553 Weimar) und sein Sohn Lucas Cranach d.J. (1515 Wittenberg - 1586 Weimar) avancierten seinerzeit mir ihrer erfolgreichen Bilderproduktion zu den wichtigsten Propagandisten der neuen Lehre. Mit Porträts von Martin Luther, von Philipp Melanchton und den großen Altarprogrammen gaben sie der der Reformation ein bildnerisches Gesicht und gelten damit bis heute als die einflussreichsten Erfinder einer protestantischen Ikonographie und Bild-Didaktik, die sie, arbeitsteilig und effizienzorientiert, zu einer der größten Kunstwerkstätten Europas der damaligen Zeit, ausgebaut haben.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.30 - 20.00 Uhr

Die Ausschreibungstexte in voller Länge finden Sie auf unserer Homepage (www.vhs-memmingen.de).
Jeder Teilnehmer erhält eine 5er bzw. 13er Karte zugeschickt. Bitte legen Sie diese Karte bei jedem Veranstaltungsbesuch zum Abzeichnen vor.

Das Studium Generale versteht sich als eine eigenständige Vorlesungsreihe, die entweder im Verbund für 13 Veranstaltungen zu 84,- € oder als Fünferblock ("5 aus 13") zu 50,- € gebucht werden kann. Die Teilnehmerkarten werden abgezeichnet. Eine Voranmeldung ist notwendig. Einzelveranstaltungen können nicht außerhalb der Pakete besucht werden. Die Karte ist übertragbar.



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Kursort

EG, Raum 1, Ulmer Str. 19, Memmingen

Ulmer Str. 19
87700 Memmingen

Termine

Datum
27.09.2017
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
04.10.2017
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
11.10.2017
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
25.10.2017
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
08.11.2017
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
15.11.2017
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
22.11.2017
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
29.11.2017
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
06.12.2017
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
13.12.2017
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1

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