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182MM1004 Studium Generale

Beginn Mi., 26.09.2018, 18:00 - 19:30 Uhr
Kursgebühr 84,00 €
Dauer 14 Abende
Kursleitung Dr. phil. Walter Eschenbacher
Prof. Dr. Udo Worschech
Dr. Martin Lanzinger
Dr. Steffen Ewig
Rainer Holl
Dr. Peter Barth
Dr. phil. Dieter Strauss
Urte Ehlers

26.09.18, Rainer Holl
Besser leben in der Stadt
Wissenschaftliche Erkenntnisse blieben im 19. Jahrhundert nicht mehr in den Studierstuben der Gelehrten und in den Hörsälen: Sie gelangten zur technischen Anwendung und veränderten das Leben der Menschen, vor allem in den Städten. Grundlegende Fortschritte in der Medizin, Produktion im industriellen Maßstab, Güter- und Personenverkehr mit der Eisenbahn brachten die Bevölkerung in Bewegung in Richtung der rasant wachsenden Städte. Das ging jedoch nicht ohne heftige Verwerfungen ab, besonders mit der Entstehung des "vierten Standes", der Arbeiterschaft in den Fabriken und Bergwerken. Fortschrittsglaube und Idealisierung der Vergangenheit spiegelten sich nicht nur in den entstehenden Bauwerken wieder. Beide Kräfte rangen um den Einfluss auf die Gestaltung der Gesellschaft in Ost und West. Die Forderung nach gesellschaftlicher Mitbestimmung wurde unüberhörbar. Das Hambacher Fest und das Parlament der Frankfurter Paulskirche sind Symbole und Anfänge unserer heutigen demokratischen Kultur. Der Vortrag gibt einen Überblick auf diese gewaltigen Entwicklungen, die sich bis heute auswirken.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

10.10.18, Rainer Holl
Die bürgerliche Kultur
Noch hatte zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Adel die Schlüsselstellungen in der Gesellschaft inne. Aber das Bürgertum lief ihm, getragen vom wirtschaftlichen Erfolg, immer mehr den Rang ab. Die Hochkultur zog aus den Schlössern und Kirchen in die städtischen Salons, Theater, Konzertsäle und Museen. Jetzt lasen und diskutierten die Bürger die Werke der Dichter, deren Themen nicht mehr allein dem höfischen Leben entnommen waren. Sie besuchten Konzerte und Opern und bildeten ihren Geschmack an den Werken der Maler und Künstler in ihrer Mitte. Zeitungen wurden gegründet und um die Mitte des Jahrhunderts kamen der Telegraf und die Fotografie dazu. Nachrichten erreichten die städtische Öffentlichkeit immer schneller und waren immer weniger von der Zensur zu kontrollieren. Die allgemeine Schulpflicht führte größere Teile der Bevölkerung zur Teilhabe an der Kultur. Eine neue Pädagogik lenkte den Blick auf die Kinder und nicht nur auf die im Drill beigebrachten Inhalte.
Die Kleidung spiegelte nicht mehr den angeborenen gesellschaftlichen Stand, sondern die Offenheit für die jeweilige Mode (was jedoch ein neuer, wenn auch freiwillig übernommener Zwang wurde). Der immer schon deutliche Unterschied im Verhältnis von Stadt und Land wurde noch vertieft. Der Referent führt in diese neue Blüte der Kultur und in die Ausweitung der Informationsangebote mit ausgewählten Beispielen ein.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

17. und 24.10.18, Dr. Steffen Ewig
Philosophinnen - Gibt’s die überhaupt?
Eine Spurensuche nach den Frauen in der Philosophie von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Natürlich gibt es seit Menschengedenken auch denkende Frauen, speziell neben den bekannten Philosophen auch geistig bedeutende Philosophinnen. Doch kommen sie in den traditionellen Philosophiegeschichten meist nicht vor.
Das hat viele Gründe, u.a. die im christlichen Abendland über Jahrhunderte gepflegte Annahme, Männer komme der Geist zu und Frauen die Sinnlichkeit. Dies verhinderte, dass denkende Frauen als Philosophinnen bekannt und erfolgreich wurden. Dazu gab es erhebliche Beschränkungen für Frauen, eine höhere Bildung zu erlangen und sich öffentlich als fachlich qualifizierte Denkerinnen zu präsentieren. Dies kommentiert 1964 die berühmte Philosophin Hannah Arendt mit der Bemerkung: "Das braucht ja nicht eine männliche Beschäftigung zu bleiben!"
An diesen Abenden sollen bedeutende Denkerinnen vorgestellt und in ihren maßgeblichen Gedanken und Theorien gewürdigt werden.
Philosophinnen des 19.Jahrhunderts
1. Dorothea Schlözer (1770 - 1825)
2. Sophie German (1776 -1831)
3. Karoline von Günderode (1780 - 1806)
4. Claire Démar (um 1800 - 1833)
5. Flora Tristan (1803 - 1844)
6. Harriet Taylor-Mill (1807 - 1858)
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


7. und 14.10.18, Dr. phil. Walter Eschenbacher
Geschichte der deutsch-jüdische Literatur
Der Zyklus endet mit Ausführungen zu Autoren und Werken aus den drei Epochen: Experessionismus, Weimarer Jahre, Exil. Genannt seien beispielhaft: H. Broch, L. Feutwanger, E. Lasker-Schüler, J. Roth, C. Sternheim, E. Toller, A. Zweig u. a.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


21.11.18, Dr. Peter Barth
Die Rolle der EU in der Weltpolitik
Das 19. Jahrhundert ist die Zeit der Gründung und Ausformung von Nationalstaaten, die auch im 21. Jahrhundert noch die Grundlage für die Europäische Union bilden. Der Dozent befasst sich mit den Grundzügen der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union und deren zunehmenden Rolle in den internationalen Beziehungen. Themen sind u.a. Entwicklung, Ansatz und Zielsetzungen einer gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik, europäische Erweiterungs- und Nachbarschaftspolitik. Auch die Außenpolitik gegenüber den Großmächten und anderen Konfliktherden dieser Erde wird beleuchtet.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


28.11.18, Prof. Dr. Andrea Friedhofen
Musik und Bürgertum - eine interessante Melange
Das aufstrebende Bürgertum etablierte sich im 19. Jahrhundert zum neuen Kulturträger und löste in vielerlei Hinsicht den bis dahin dominierenden Adel ab. Teils ahmte der zu Geld gekommene Bürger in seinen kulturellen Vorlieben zwar den Adel noch nach, doch entwickelte sich daneben eine eigene bürgerliche Kultur, die sehr unterschiedliche Blüten trieb und bis weit ins 20. Jahrhundert Werte und Verhaltensweisen der Gesellschaft prägte. Oben an standen Hausmusik, Liedertafeln und Gesangsvereine. Man traf sich dort zum aktiven, gemeinsamen Musizieren. Einer Weiterentwicklung der Musik war somit Tür und Tor geöffnet. Das Kunstlied mutierte zur populären Musik, die Vielfalt der Programmmusik und vieles andere mehr entstanden. Es erwartet Sie an diesem Vortragsabend ein abwechslungsreicher Überblick zu den vielfältigen Strömungen im 19. Jh. anhand vielfältiger musikalischer Hörbeispiele.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

05.12.18, Prof. Dr. Udo Worschech
Die Entwicklungen der Kirche im Verhältnis zur Moderne.
Das 19. Jahrhundert stellte die großen Religionsgemeinschaften gerade in den Städten vor große Herausforderungen. Zwischen der Verelendung der Massen, den gesellschaftspolitische Umwälzungen und der sich abzeichnenden Emanzipation der Arbeiterbewegung suchte sie einen neuen Platz und neue Positionen, um ihren Aufgaben gerecht zu werden. Der Dozent zeichnet unterschiedliche Entwicklungslinien der Kirchen nach und zeigt dabei auch Fehlentwicklungen auf, die bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hineinwirken.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

12.12.18,Dr. phil. Dieter Strauss
Zwischen romantischer Verklärung und Fortschrittsglaube - eine Reise ins 19. Jahrundert
Goethes Traumreisen nach und Bilder über Lateinamerika und die Südsee
Auch Lateinamerika bleibt vor der Urbanisierung und Technisierung des 19. Jahrhunderts nicht gefeit. Der alte Goethe träumt einerseits von der Natur Panamas, aber auch und vor allem vom Kanalbau; den will er unbedingt mit seinen wirtschaftlichen und urbanen Folgen miterleben. Angeregt zu seinen Amerika-Träumen haben ihn die berühmtesten Reiseforscher seiner Zeit, die ihn fast alle in Weimar besuchen. Allen voran Alexander von Humboldt, Georg Forster, Wilhelm von Eschwege oder Spix und Martius.
Bis auf einen: der "grüne" Baron Georg Heinrich von Langsdorff, der Weltumsegler und mutige Brasilienforscher, besucht ihn nicht, und Goethe erwähnt ihn auch nicht in seinem Tagebuch. Und ausgerechnet Langsdorff beschäftigt sich mit der Urbanisierung Brasiliens und empfiehlt bereits damals die Verlegung der Hauptstadt von Rio in das Landesinnere. Was sind die Gründe für Goethes Schweigen, hat er andere Lateinamerikabilder im Kopf? Der Referent hat die Brasilienexpedition Langsdorffs wiederholt und nimmt Sie anhand von vielen Fotos mit auf die Reise nach Brasilien. Dr. Dieter Strauss arbeitete 33 Jahre für das Goethe-Institut in Lateinamerika, Asien, Nordafrika und Europa. Er hat drei Bücher zu dem Vortragsthema veröffentlicht: der Grüne Baron (Frankfurt 2012), Goethes Wanderjahre nach Lateinamerika (2014) und Wir sind Faust (2018).
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


19.12.18, Prof. Dr. Udo Worschech
Archäologische Grabungen und Entdeckungen
Ohne archäologische Ausgrabungen wäre das 19. Jahrhundert wissenschaftlich, gesellschaftlich und literarisch anders verlaufen. Die reichhaltigen Funde, die in den Großstädten zur Schau gestellt wurden, lösten in den Metropolen Europas wahre Begeisterungsstürme aus. An ausgewählten Beispielen zeigt der Dozent die Auswirkungen dieser archäologischen Begeisterung auf. Er geht darüber hinaus auch auf die gängige Grabungspraxis und auf Fehler ein.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


09.01.19, Dr. Martin Lanzinger
Die latente Gefahr: Epidemien und Seuchen
Epidemien und Seuchen spielen in unserer Zeit scheinbar keine Rolle mehr. Im 19. Jahrhundert waren ansteckende, oft tödlich verlaufende Krankheiten eine Alltagserfahrung, weil weder Übertragungswege bekannt noch Medikamente entdeckt waren, die Krankheiten effektiv zum Stillstand brachten und den Patienten ein Überleben ermöglichten.
Der Referent klärt über die spannenden Hintergründe und Ausbreitungswege verschiedener Epidemien und Seuchen des 19. Jahrhunderts und des angehenden 20. Jahrhunderts auf.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


16.01.19, Urte Ehlers
Mode als Ausdruck eines neuen bürgerlichen Selbstbewusstseins
Mode als Bekenntnis individuellen Geschmacks wurde erst ab dem 19. Jahrhundert auch für normal begüterte Menschen möglich. Die Art der Kleidung war bis zur Aufklärung immer ein Kennzeichen der Ständegesellschaft und strengen Regeln unterworfen. Zuwiderhandlungen wurden strengstens bestraft, andererseits stellte das Geschenk eines Teils der Kleidung auch einen großen Gunstbeweis dar. Bereits in den spanisch besetzten Ländern Flandern und Holland präsentierte sich bürgerliches Selbstbewusstseins ab dem 17. Jahrhundert auch in der Auswahl der Kleidung und Stoffe. Sie war jedoch immer noch an die religiösen Leitsätze spanischer Hofmode gebunden. Ausgehend von einem kurzen Abriss der expressiven Mode des Rokokos spannt der Vortrag den Bogen in das 19. Jahrhundert um zu verdeutlichen, wie Kleidung die soziale Neuordnung und Interessen der sich durch die Industrialisierung stark verändernden Gesellschaft spiegelte und vor allem die neue Urbanität des modernen Menschen reflektiert.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

23.01.19, Urte Ehlers
Neuplanung Münchens im 19. Jahrhundert
Am Beispiel der Maxvorstadt wird vorgestellt wie sich aus der provinziellen Residenzstadt München eine der kulturellen Zentren Europas entwickelte. Ursprünglich außerhalb von München gelegen und von kleinen Landschlösschen geprägt, plante Max I Joseph ab 1805 eine Gartenstadt für reiche Bürger. Unter Ludwig I wurde sie zum Vorzeigeareal seines "Isarathens". Der Vortrag beleuchtet die Entwicklung und Bedeutung dieses ersten großen urbanistischen Konzepts in unserer Heimat.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


Jeder Teilnehmer erhält eine 5er bzw. 14er Karte zugeschickt. Bitte legen Sie diese Karte bei jedem Veranstaltungsbesuch zum Abzeichnen vor.

Das Studium Generale versteht sich als eine eigenständige Vorlesungsreihe, die entweder im Verbund für 14 Veranstaltungen zu 84,- € oder als Fünferblock ("5 aus 14") zu 50,- € gebucht werden kann. Die Teilnehmerkarten werden abgezeichnet. Eine Voranmeldung ist notwendig. Einzelveranstaltungen können nicht außerhalb der Pakete besucht werden. Die Karte ist übertragbar.




Kursort

EG, Raum 1, Ulmer Str. 19, Memmingen

Ulmer Str. 19
87700 Memmingen

Termine

Datum
26.09.2018
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
10.10.2018
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
24.10.2018
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
07.11.2018
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
14.11.2018
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
21.11.2018
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
28.11.2018
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
05.12.2018
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
12.12.2018
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
19.12.2018
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1

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