Gesellschaft / Kursdetails

191MM1003 Studium Generale

Beginn Mi., 13.02.2019, 18:00 - 19:30 Uhr
Kursgebühr 84,00 €
Dauer 13 Abende
Kursleitung Prof. Dr. Udo Worschech
Dr. Steffen Ewig
Rainer Holl
Dr. phil. Dieter Strauss
Prof. Dr. Georg Süss-Fink
Christa Koch
Jörg Stuttmann
Prof. Dr. rer. nat. Josef Schwarz
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13.02.19, Rainer Holl
Metropolen um 1900
Zum Einstieg in die Urbanisierung am Anfang des 20. Jahrhunderts sollen Städte vorgestellt werden, an denen man den Beginn der Moderne besonders gut erkennen kann. Dabei geht es nicht nur um Europa, sondern auch um Städte der "Neuen Welt" (z.B. New York, Manaus), Asiens (Shanghai, Delhi, Teheran, Tel Aviv) und Australiens (Sidney). Es sind zum Teil uralte Städte, die sich immer wieder gewandelt haben, aber auch neue Städte, die ohne Vorgeschichte aus dem Boden geschossen sind. Ihr Wachstum verdankten sie nicht zuletzt den gewaltigen Migrationsbewegungen, die im 19. Jahrhundert begonnen hatten. So wurden die Städte zum Schmelztiegel der Zuwanderer oder auch zum Hort abgekapselter Nationalitäten, die nebeneinander und nicht selten gegeneinander lebten.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

20.02.19, Rainer Holl
Städte, Strom und Spannungen
Mit dem 20. Jahrhundert wichen die Gaslaternen der elektrischen Straßenbeleuchtung. Auch in die Haushalte zog die Stromversorgung ein. Zu den Stromleitungen kamen bald die Telefondrähte: neue Möglichkeiten der Kommunikation erweiterten und beschleunigten das Leben in der Stadt und zwischen den Städten.
Doch nicht nur die neuen Kraftwerke erzeugten Spannung. Auch in der Kunst konzentrierten sich kräftige Energien, die das Publikum elektrisierten: abstrakte, kubistische und expressionistische Werke sorgten für Begeisterung und entsetzte Ablehnung. Strawinskys "Sacre du printemps" schockierte die Musikwelt und die gebildeten Leser fremdelten mit den Werken der Dadaisten und der sozialkritischen und realistischen Werke der Dichter. Nationalistische Spannungen führten zum 1. Weltkrieg, nach dem sich das Leben in den Städten wiederum völlig veränderte.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

27.02.19, Prof. Dr. Georg Süss-Fink
Die Luft die wir atmen.
Zum chemischen Verständnis kleiner atmosphärischer Moleküle und Ihrer Umweltproblematik.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

13. und 27.03.19, Dr. Steffen Ewig
Philosophinnen - Gibt’s die überhaupt?
Eine Spurensuche nach den Frauen in der Philosophie von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Natürlich gibt es seit Menschengedenken auch denkende Frauen, speziell neben den bekannten Philosophen auch geistig bedeutende Philosophinnen. Doch kommen sie in den traditionellen Philosophiegeschichten meist nicht vor.
Das hat viele Gründe, u.a. die im christlichen Abendland über Jahrhunderte gepflegte Annahme, Männer komme der Geist zu und Frauen die Sinnlichkeit. Dies verhinderte, dass denkende Frauen als Philosophinnen bekannt und erfolgreich wurden. Dazu gab es erhebliche Beschränkungen für Frauen, eine höhere Bildung zu erlangen und sich öffentlich als fachlich qualifizierte Denkerinnen zu präsentieren. Dies kommentiert 1964 die berühmte Philosophin Hannah Arendt mit der Bemerkung: "Das braucht ja nicht eine männliche Beschäftigung zu bleiben!"
An diesen Abenden sollen bedeutende Denkerinnen vorgestellt und in ihren maßgeblichen Gedanken und Theorien gewürdigt werden.
Philosophinnen des 19. Jahrhunderts
1. Harriet Martineau (1802 - 1876)
2. Hedwig Dahm (1831 - 1919)
3. Hedwig Bender (1854 - 1928)
4. Helene v. Druskowitz (1856 - 1918)
5. Rosa Mayreder (1858 - 1938)
6. Charlotte Perkins Gilman (1860 - 1935)
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

20.03.19, Dr. Dieter Strauss
Engel können nicht sterben
Über die legendären Auftritte Marlene Dietrichs in den Metropolen Europas, Nordafrikas, Australiens, Nord- und Südamerikas.
"Marlene Dietrich, ein Name, der mit einer Liebkosung beginnt und mit einem Peitschenknall endet". Ein Zitat des französischen Schriftstellers, Regisseurs und Malers Jean Cocteau, das das bunte Leben Marlene Dietrichs durch die Weltstädte treffend beschreibt, dessen Reiz uns immer noch in Bann zieht, wie der "Blaue Engel" den Professor Unrat. Von dem "Girl am Kudamm" der zwanziger Jahre mit dem Welterfolg des "Blauen Engel" reicht der Vortrag über ihre berühmten Hollywoodfilme wie "Marokko" (1930) mit der Schaffung des geheimnisvollen Dietrich-Gesichtes bis zu ihrer musikalischen Betreuung amerikanischer Truppen im 2. Weltkrieg und ihren anschließenden Welttourneen als Sängerin bis Mitte der siebziger Jahre. Rio de Janeiro, Paris, London, Berlin, Tel Aviv, Algier, Warschau, Moskau, Las Vegas und Sydney stehen dabei auf dem Programm.
"Ich kann kein Happy-End erfinden", ein bitterer Seufzer der Dietrich, der ihre letzten Krankheits-Jahre in Paris umschreibt. Ein abenteuerliches und spannendes Leben, das mit vielen Bild- und Tonbeispielen das 20. Jahrhundert und seine Metropolen aufscheinen lässt.
Der Referent Dr. Dieter Strauss arbeitete 33 Jahre für das Goethe-Institut in vier Kontinenten und sieben Weltstädten, in Amsterdam, Jakarta, Paris, München, Santiago de Chile, Sao Paulo und Casablanca. Er lebt heute als freier Referent und Sachbuchautor in München. Sein ausführlicher und bebilderter Artikel über die Dietrich ist im Oktober/November-Heft 2017 in der Hamburger "Mare Zeitschrift" erschienen.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


03. und 10.04.19, Christa Koch
2019 -100jähriges Gründungsjahr des Bauhauses.
Die vhs Memmingen feiert mit.

Das Bauhaus gilt bis heute als eines der wichtigsten Zentren der Moderne. Im Jahr 1919 in Weimar gegründet, 1925 nach Dessau verlagert und 1933 durch die NS-Regierung zwangsgeschlossen, ist es längst zu einem Mythos geworden. In den nur 14 Jahren seiner Existenz entwickelte es sich zu der weltweit bedeutendsten Kunst-, Design- und Architekturschule, die zahlreiche Reformideen der Epoche aufnahm und weiterverfolgte. Seine Leiter und Lehrer entwickelten die pädagogischen und künstlerischen Erfolge des Instituts und seiner Produkte im Sinne des Gesamtkunstwerks zu einem danach oft imitierten Vorbild. Die Bauhaus-Direktoren Walter Gropius, Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe konnten dabei mit einem Lehrkörper arbeiten, dem einige der damals wie heute bedeutendsten Avantgarde-Künstler angehörten, etwa Lyonel Feiningen, Oskar Schlemmer, Paul Klee, Wassily Kandinsky, Laslo Maholy-Nagy u.a. Das zunächst eher handwerklich geprägte Programm entwickelte sich unter der Losung "Kunst und Technik, eine neue Einheit" zunehmend in Richtung serieller Industrieproduktion und prägt damit bis heute - im positiven wie im oft missverstandenen Sinne - die Design- und Baukultur weltweit. Wie kann und wie muss man heute mit einem solchen Mythos und seinem Erbe verantwortlich umgehen?
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.30 - 20.00 Uhr


08.05.19, Jörg Stuttmann
Von Freud und Frust
Urbanisierung im Spiegel der deutschen Literatur.
Otto Reuter singt "Ick kann det Tempo nich´ vertragen" und Bert Brecht schreibt vom "Dickicht der Städte". Mit Industrialisierung und der Erfindung des Automobils verändert sich das Gesicht unserer Städte grundlegend. Literarische Zeugnisse von Tucholsky, Kästner, Ringelnatz und vielen anderen Autoren zeugen von Freud und Frust der rasanten Urbanisierung im 20. Jahrhundert.
Der universal gebildete Autor, Historiker, Synchron- und Hörspielsprecher versteht es, Literatur nicht nur unterhaltsam und eindrucksvoll, sondern auch sehr abwechslungsreich zu präsentieren. Ein unbedingtes "Muss" im Rahmen des Studium Generale.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


15. und 22.05.19, Prof. Dr. Udo Worschech
Kirchen im Sog von "Stadt" und "Nation"
die beiden christlichen Religionen liegen zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Spannungsfeld zwischen dem Erstarken des "Nationalen" und des "Urbanen". Gerade im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, insbesondere in der Zeit nach dem 1. Weltkrieg, wenden sich Menschen massenweise von den Religionen ab. Der Dozent erörtert mögliche Gründe dafür und zeigt auf, ob und wie die Kirchen auf diesen Zeitgeist und den Veränderung in der Gesellschaft regieren. Dabei streift er auch die gewichtigsten Persönlichkeiten der Päpste und Bischöfe dieser Epoche und deren Politik.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


29.05.19, Prof. Andrea Friedhofen
Die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche sowie die sich verdichtenden internationalen Spannungen und Konflikte spiegeln sich musikalisch wider - einerseits in Disharmonien und Atonalität, andererseits in entladender Unterhaltungsmusik, die zunehmend von internationalen Entwicklungen beeinflusst wird. Gerade Städte saugen diese Strömungen und Entwicklungen auf und werden zum Potpourri musikalischer Experimente. An einigen Beispielen zeigt die Referentin die Spannbreite und das Nebeneinander von Entwicklungen auf und legt dar, wie neue Rhythmen, Tonalitäten und Darbietungsformen von Musik von den Kritikern und dem Publikum aufgenommen wurden.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


05.06.19, Prof. Dr. Josef Schwarz
Architektur zwischen Beton und Natur
Die Stadtarchitektur in Europa steht gerade zu Beginn des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts im Spannungsverhältnis zwischen wirtschaftlicher Dynamik und der Sehnsucht nach dem Ursprünglichen, der Natur.
Im Zentrum von Brüssel wird 1903 beispielsweise das Kaufhaus Waucquez gebaut, das Ausdruck einer Natur-Sehnsucht ist. Dagegen wurde in den Niederlanden während des ersten Weltkriegs die Künstlergruppe "De Stijl" gegründet, die die ausschließliche Verwendung von Grundfarben und Grundformen proklamierte. 1924 baut Gerrit Rietveld in der bürgerlichen Kleinstadt Utrecht ein kleines Haus mit 125 Quadratmetern Wohnfläche. Es wird zu einer Ikone des Purismus und ist heute ein Weltkulturerbe. In Deutschland entwickeln sich neue städtebauliche Leitbilder durch die Ablehnung der kompakten Großstadt und führen somit zu einer eigenen Gartenstadtbewegung. Anhand einiger Beispiele von typischen Industriestädten zeigt der Referent die hohe Dynamik des Städtebaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf, die zu einer Verbindung zwischen Industrie und Wohnanlagen in unmittelbarer Nähe führte, und bewertet sie aus heutiger Sicht.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


Jeder Teilnehmer erhält eine 5er bzw. 13er Karte zugeschickt. Bitte legen Sie diese Karte bei jedem Veranstaltungsbesuch zum Abzeichnen vor.

Das Studium Generale versteht sich als eine eigenständige Vorlesungsreihe, die entweder im Verbund für 13 Veranstaltungen zu 84,- € oder als Fünferblock ("5 aus 13") zu 50,- € gebucht werden kann. Die Teilnehmerkarten werden abgezeichnet. Eine Voranmeldung ist notwendig. Einzelveranstaltungen können nicht außerhalb der Pakete besucht werden. Die Karte ist übertragbar.




Kursort

EG, Raum 1, Ulmer Str. 19, Memmingen

Ulmer Str. 19
87700 Memmingen

Termine

Datum
13.02.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
20.02.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
27.02.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
13.03.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
20.03.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
27.03.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
03.04.2019
Uhrzeit
18:30 - 20:00 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
10.04.2019
Uhrzeit
18:30 - 20:00 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
08.05.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
15.05.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1

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