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201MM1003 Studium Generale

Beginn Mi., 12.02.2020, 18:00 - 19:30 Uhr
Kursgebühr 84,00 €
Dauer 13 Abende
Kursleitung Dr. Steffen Ewig
Rainer Holl
Christa Koch
Jörg Stuttmann
Dr. phil. Walter Eschenbacher
Prof. Dr. Udo Worschech
Prof. Dr. rer. nat. Josef Schwarz
Prof. Dr. Georg Süss-Fink
Ingo Mayer
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  • (Stand )

12.02.2020, Rainer Holl
Altes Deutschland - neu?
Nach dem Ende des 2. Weltkriegs war Deutschland (wörtlich!) ruiniert: Die meisten Städte waren zerbombt, die Überlebenden aufs Land geflohen oder in Notunterkünften zusammengepfercht, die Industrie zerschlagen oder demontiert. Das Sagen hatten die vier Besatzungsmächte, die immerhin den Morgentauplan von 1944 verworfen hatten: Deutschland sollte kein "Kartoffelacker" werden. Wie aber sollte das zukünftige Deutschland aussehen?
Im Referat werden der Wiederaufbau der Städte, ihr Wachstum und die Veränderungen des urbanen Lebens in den Jahren des Mangels und des Wirtschaftswunders nachgezeichnet.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

19.02.2020, Rainer Holl
Städte als Zufluchtsorte
Hatte schon die Industrialisierung in Europa eine massive Landflucht ausgelöst, so kamen durch den 2. Weltkrieg und die beginnende Auflösung der Kolonialherrschaft und mit politischen Umwälzungen große Menschenmassen in Bewegung. Außerdem führte eine allmählich verbesserte medizinische Versorgung und Hygiene zu einem rasanten Bevölkerungswachstum. Heimatvertriebene, politisch Verfolgte, von Hunger Bedrohte suchten eine Bleibe und ein besseres Leben. Ihr Ziel waren meist die Städte. Die waren aber kaum in der Lage, die herein Drängenden aufzunehmen. So bildeten sich um die bestehenden Städte ein oft riesiger Ring wilder Barackensiedlungen - die Slums oder Favelas. Wie sich so unsere Welt bereits in den eineinhalb Jahrzehnten nach dem Krieg veränderte, schildert der Referent an ausgewählten Beispielen.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

04.03.2020, Christa Koch
Architektur und bildende Kunst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs
Einen Neubeginn ohne Rückbesinnung und ohne Geschichte, eine "Stunde Null"sozusagen, gab es in Deutschland nicht, konnte es nicht geben. Aber wo ansetzten, wie weitermachen? Viele der Architekten, Maler und Bildhauer, die bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges künstlerisch den Ton angegeben hatten, waren durch Verfolgung und Emigration zerstreut oder durch die Nationalsozialisten umgebracht worden, einige hatten sich auch dem System angedient. Eines jedoch war der Architektur wie der Kunst der Nachkriegszeit gemeinsam: Sie mussten sich von allem absetzten, was die Nationalsozialisten und deren Anhänger hervorgebracht hatten.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.30 - 20.00 Uhr

11.03.2020, Dr. phil. Walter Eschenbacher
Miguel de Cervantes - Salman Rushdie
Den Don Quichote eines Cervantes und den eines Salman Rushdies trennen nicht nur ca. 400 Jahre, sondern Welten. Bei Rushdie sind es die Postmoderne und das Cyber-Zeitalter, die die Handlung und den Protagonisten bestimmen und formen. Ein Vergleich beider Werke lohnt und passt zum Thema der "Urbanisierung". Quichotte kämpft nicht gegen Windmühlen, sondern wird ein Reisender, der besessen ist von der »unwirklichen Wirklichkeit« des Fernsehens, des Massenmediums seit den 50er Jahren. Er will das Herz der Königin der Talkshows erobern und begibt sich auf eine Reise quer durch das Land der Mega-Städte Amerikas.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

18.03.2020, Christa Koch
Abstraktion oder Gegenständlichkeit?
Da jede Form von gegenständlicher Kunst in der westlichen Nachkriegswelt, speziell auch in Deutschland, überwiegend abgelehnt wurde, weil sie, infolge der Vereinnahmung durch das totalitäre nationalsozialistische System, als zu belastet galt, entwickelte sich, anknüpfend an Ansätze der Abstraktion des Vorkriegseuropas, eine neue nichtgegenständliche Formenwelt. Eine Vorreiterrolle in dieser, wie man meinte, politisch scheinbar freien Kunstsprache, nahm dabei Amerika, speziell im Bereich der Malerei, mit seinem sog. Amerikanische Abstrakten Expressionismus ein. Der Einfluss dieser neuen Bildformate und Bildformen in Europa war enorm, dem allerdings schon recht bald, mit der wieder gegenstandsbetonten Malerei eines Andy Warhol, eine Gegenreaktion bevorstand. Heute sind diese seinerzeit erbittert ausgefochtenen Grabenkämpfe des Entweder - Oder, abstrakt oder gegenständlich - glücklicherweise obsolet geworden.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.30 - 20.00 Uhr

25.03.2020, Prof. Dr. rer. nat. Josef Schwarz
Städtebau nach dem 2. Weltkrieg
Bereits während des Zweiten Weltkrieges diskutierten Planer und Architekten über den Wiederaufbau der zerstörten Städte in Deutschland. Einige waren in ihrer Substanz so geschädigt, dass ein Wiederaufbau an einem anderen Ort als die bessere Alternative erschien. Doch welche Pläne wurden nach 1945 wirklich umgesetzt? Welchen unterschiedlichen Leitbildern folgte der Wiederaufbau und welchen Herausforderungen sahen sich Planer und Architekten gegenüber? Der Referent wird als Experte an Beispielen erklären, nach welchen Plänen kriegsversehrte Städte in den Jahren des Wiederaufbaus konstruiert wurden und welche Probleme, die bis in die Gegenwart ragen, nach sich zog.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

01.04.2020, Dr. phil. Walter Eschenbacher
William Shakespeare
William Shakespeare hat Bühnenstücke und andere Dichtungen verfasst, die Intendanten und Regisseure immer wieder neu erstaunen lassen, wegen der Großartigkeit von Sprache, Inhalt und Thematik. Der Referent geht u. a. auf die Aufführungspraxis großer Bühnen ein und schlägt damit einen Bogen zur urbanen Theaterkultur bis in die heutige Zeit.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

22.04.2020, Prof. Dr. Udo Worschech
Religionen im Wandel
Die gesellschaftlichen und sozialen Umwälzungen nach dem Ende des 2. Weltkriegs machten auch vor den Glaubensrichtungen nicht Halt. Schon damals gab es - gerade in den Großstädten - die Tendenz den beiden großen christlichen Amtskirchen den Rücken zu kehren. Im Gegensatz dazu gab es nicht nur in den ländlichen Regionen ein Wiederaufleben der Religiosität, wenngleich unter anderen Umständen, denn: bestanden beispielsweise noch 1939 in Bayern 1.424 rein katholische Gemeinden, waren es 1946 nur noch neun. Auch wurden nach 1945 eine ganze Reihe von evangelischen Schwesternschaften und Bruderschaften gegründet, die die Städte mit ihrer eigenen Kultur und ihren Diensten prägten. Aus welchen Gründen und wie diese Entwicklungen bis zum Vorabend des II. Vatikanischen Konzils abliefen und warum dies so wichtig für das Verständnis aller weiteren Entwicklungen ist, wird der Referent unter besonderer Berücksichtigung des urbanen Raums an ausgewählten Beispielen darstellen.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

29.04.2020, Prof. Georg Süss-Fink
Plastik oder Plaste? - Zur Entwicklung der chemischen Industrie im geteilten Nachkriegsdeutschland
Der Referent zeigt die Bedeutung der Chemiewirtschaft für die Volkswirtschaft auf und zeigt die Entwicklungslinien von der Entstehung der chemischen Industrie in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 60er Jahre auf. Dabei geht er auf die besondere Rolle Deutschlands ein, das um 1900 das führende Land in der Chemie war. Er erklärt an besonders sinnhaften Beispielen außerdem die weitere Entwicklung bis in die 60er Jahre: Von der Zwischenkriegszeit und I. G. Farben (des größtes Unternehmens Europas) bis zur Gründung der Farbennachfolger 1952 und dem Beginn des Kunststoff-Zeitalters in Ost und West sowie des Wandels der Rohstoffbasis der chemischen Industrie.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

06.05.2020, Ingo Mayer
Musikalische Strömungen in Europa und U.S.A. nach 1945
Nach 1945 sind insbesondere die musikalischen Entwicklungen außerhalb Deutschlands interessant. Komponisten in europäischen Staaten und in den U.S.A. schreiben für die neu entwickelten elektronischen Instrumente Sounds, und zwar vor dem Hintergrund klassischer Musik der Vor- und Nachkriegszeit. Klangflächenkompositionen, serielle und elektronische Musik, Experiment und Aleatorik bis hin zur Minimal Music der 1960er Jahre sind das Ergebnis ihrer Kompositionen, die häufig "sphärisch" klingen. Der Referent erklärt diese Entwicklung anhand von Beispielen und nimmt Sie mit auf eine spannende Reise durch Klang, Raum und Zeit.
Veranstaltungsort: Vöhlin Gymnasium, Kaisergraben 21, Nebengebäude Raum NO6, 18.00 - 19.30 Uhr

13. und 27.05.2020, Dr. Steffen Ewig
Philosophinnen - Gibt’s die überhaupt?
Eine Spurensuche nach den Frauen in der Philosophie von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Natürlich gibt es seit Menschengedenken auch denkende Frauen, speziell neben den bekannten Philosophen auch geistig bedeutende Philosophinnen. Doch kommen sie in den traditionellen Philosophiegeschichten meist nicht vor.
Das hat viele Gründe, u.a. die im christlichen Abendland über Jahrhunderte gepflegte Annahme, Männer komme der Geist zu und Frauen die Sinnlichkeit. Dies verhinderte, dass denkende Frauen als Philosophinnen bekannt und erfolgreich wurden. Dazu gab es erhebliche Beschränkungen für Frauen, eine höhere Bildung zu erlangen und sich öffentlich als fachlich qualifizierte Denkerinnen zu präsentieren. Dies kommentiert 1964 die berühmte Philosophin Hannah Arendt mit der Bemerkung: "Das braucht ja nicht eine männliche Beschäftigung zu bleiben!"
An diesen Abenden sollen bedeutende Denkerinnen vorgestellt und in ihren maßgeblichen Gedanken und Theorien gewürdigt werden.
Philosophinnen des 20. Jahrhunderts:
1. Hannah Arendt (1906 - 1975)
2. Simone Beauvoir (1908 - 1986)
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr


20.05.2020, Jörg Stuttmann
Humor und Witz im urbanen Nachkriegsdeutschland
Im Februar 2019 wäre Heinz Erhardt 110 Jahre alt geworden. Seine größten Erfolge feierte er ab 1957 im Kino in Filmkomödien wie Der müde Theodor, Witwer mit fünf Töchtern, Der Haustyrann und anderen. Die Themen knüpfen oft an den Zeitgeist der Nachkriegszeit an. In vielen seiner Filmrollen spielt er einen netten, aber etwas verwirrten und ungeschickten Familienvater oder Verwandten, der gerne Unsinn erzählt. Allerdings verfasste er auch lustige Texte, deren Witz sehr an Friederike Kempner (1828 - 1904) erinnern. Zufall oder nicht? Sie und Heinz Erhardt haben sich zwar nie persönlich kennengelernt, zu unterscheiden ist ihr Humor allerdings z. T. kaum. Der universal gebildete Autor, Historiker, Synchron- und Hörspielsprecher versteht es, den besonderen Witz der Beiden nicht nur unterhaltsam und eindrucksvoll, sondern auch sehr abwechslungsreich zu präsentieren. Ein unbedingtes "Muss" im Rahmen des Studium Generale. Freuen Sie sich auf einen unterhaltsamen Abend auf hohem Niveau.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

Jeder Teilnehmer erhält eine 5er bzw. 13er Karte zugeschickt. Bitte legen Sie diese Karte bei jedem Veranstaltungsbesuch zum Abzeichnen vor.

Das Studium Generale versteht sich als eine eigenständige Vorlesungsreihe, die entweder im Verbund für 13 Veranstaltungen zu 84,- € oder als Fünferblock ("5 aus 13") zu 50,- € gebucht werden kann. Die Teilnehmerkarten werden abgezeichnet. Eine Voranmeldung ist notwendig. Einzelveranstaltungen können nicht außerhalb der Pakete besucht werden. Die Karte ist übertragbar.




Foto: Paris Orlando / Copyright: CC BY-SA 4.0 (Foto: Paris Orlando / Copyright: CC BY-SA 4.0)

Kursort

EG, Raum 1, Ulmer Str. 19, Memmingen

Ulmer Str. 19
87700 Memmingen

Termine

Datum
12.02.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
19.02.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
04.03.2020
Uhrzeit
18:30 - 20:00 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
11.03.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
18.03.2020
Uhrzeit
18:30 - 20:00 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
25.03.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
01.04.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
22.04.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
29.04.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
06.05.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Vöhlin-Gymnasium, Raum 006
Datum
13.05.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
20.05.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
27.05.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1