202MM1002 Studium Generale

Beginn Mi., 30.09.2020, 18:00 - 19:30 Uhr
Kursgebühr 84,00 €
Dauer 11 Abende
Kursleitung Dr. Steffen Ewig
Rainer Holl
Christa Koch
Jörg Stuttmann
Dr. phil. Walter Eschenbacher
Prof. Dr. Udo Worschech
Prof. Dr. rer. nat. Josef Schwarz
Prof. Dr. Georg Süss-Fink
Ingo Mayer
Dr. Peter Barth
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  • (Stand )

Aufgrund der Pandemie konnte das Studium Generale im Semester 2020-I nicht zu Ende geführt werden. Die ausgefallenen Termine werden im Herbst-/Wintersemester nun z. T. mit modifizierten Inhalten angeboten.
Aufgrund der Abstands- und Hygieneregelungen (Stand: Juli 2020) sind die Plätze in diesem Semester begrenzt. Auch müssen die meisten Termine aufgrund der Teilnehmerzahl in das CVJM-Haus in Memmingen verlegt werden.
Alle Teilnehmenden des Studium Generale, die bis Ende Juni zurückgemeldet haben, dass Sie im Herbst-/Wintersemester wieder teilnehmen möchten, haben sicher einen Platz. Jedoch ist die Teilnahme in diesem Semester personenbezogen. Die Anmeldung gilt somit nur für die angemeldete Person und ist nicht übertragbar. Die Teilnehmenden, die sich nicht zurückgemeldet haben, wurde die Gebühr anteilig zurückgezahlt. Leider sind in diesem Semester keine weiteren Anmeldungen möglich.
Wir hoffen, dass ab dem Frühjahr-/Sommersemester 2021 die Hygiene- und Abstandsregeln soweit zurückgenommen werden, dass ein normaler Kursbetrieb wieder möglich ist und alle Teilnehmerbegrenzungen aufgehoben werden können.

Im Mittelpunkt des Studium Generale steht nach wie vor die Fortführung des Themas "Urbanisierung" in den Nachkriegsjahren.
Nach 1945 sind die ehemaligen Großstädte in Deutschland ein einziger Schutthaufen und müssen schnell aufgebaut werden, da Flüchtlinge und Vertriebene den an sich schon beschränkten Wohnraum zusätzlich verringern. Die großen Verletzungen, die der Nationalsozialismus und der lange Krieg innerlich wie äußerlich hinterlassen haben, müssen verarbeitet und die allgegenwärtige Not gelindert werden. Der Wiederaufbau gelingt dank politischer und wirtschaftlicher Umstände schneller als erwartet, aber um welchen Preis?

30.09.2020, Rainer Holl
Wohin mit den vielen Menschen?
Das ist vielleicht die drängendste Frage weltweit.
In der Nachkriegszeit stand Deutschland hier vor fast unlösbaren Problemen. Die meisten Städte waren zerstört, ihre Bewohner aufs Land geflohen oder evakuiert und aus dem Osten kamen Millionen Flüchtlinge auf der Suche nach einer neuen Existenz.
Wie es langsam gelang, hier Lösungen zu schaffen, wird im Referat am Beispiel einiger Städte geschildert. Dabei ging es immer auch um die Frage, ob Altes wieder aufgebaut oder Neues gewagt werden soll. Wie sich das rasante Wachstum der Städte nach 1950 auch auf das Leben der Menschen nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land auswirkte, kommt ebenfalls zur Sprache.
Der Wettlauf der politischen Systeme in Ost und West zeigte sich auch in der Gestaltung der Städte, besonders schmerzlich in den geteilten Städten Berlin und Wien.
Doch auch das nahende Ende des Kolonialismus brachte weltweit Menschen in Bewegung - als Flüchtlinge vor Hunger und Gewalt. Jetzt wurden kleine Städte der Dritten Welt fast über Nacht zu Millionenstädten. Die damit entstandenen Probleme sind bis heute ungelöst. Auch diese Entwicklungen werden an typischen Beispielen skizziert.
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, Memmingen, 18.00 - 19.30 Uhr

07.10.2020, Prof. Dr. rer. nat. Josef Schwarz
Städtebau nach dem 2. Weltkrieg
Bereits während des Zweiten Weltkriegs diskutierten Planer und Architekten über den Wiederaufbau der zerstörten Städte in Deutschland. Einige waren in ihrer Substanz so geschädigt, dass ein Wiederaufbau an einem anderen Ort als die bessere Alternative erschien. Doch welche Pläne wurden nach 1945 wirklich umgesetzt? Welchen unterschiedlichen Leitbildern folgte der Wiederaufbau und welchen Herausforderungen sahen sich Planer und Architekten gegenüber? Der Referent wird als Experte an Beispielen erklären, nach welchen Plänen kriegsversehrte Städte in den Jahren des Wiederaufbaus konstruiert wurden und welche Probleme, die bis in die Gegenwart ragen, dieses nach sich zog.
Veranstaltungsort: Rathaushalle Memmingen, 18.00 - 19.30 Uhr

14.10.2020, Dr. phil. Walter Eschenbacher
William Shakespeare
William Shakespeare hat Bühnenstücke und andere Dichtungen verfasst, die Intendanten und Regisseure immer wieder neu erstaunen lassen, wegen der Großartigkeit von Sprache, Inhalt und Thematik. Der Referent geht u. a. auf die Aufführungspraxis großer Bühnen ein und schlägt damit einen Bogen zur urbanen Theaterkultur bis in die heutige Zeit.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

21.10.2020, Prof. Dr. Udo Worschech
Religionen im Wandel
Die gesellschaftlichen und sozialen Umwälzungen nach dem Ende des 2. Weltkriegs machten auch vor den Glaubensrichtungen nicht Halt. Schon damals gab es - gerade in den Großstädten - die Tendenz den beiden großen christlichen Amtskirchen den Rücken zu kehren. Im Gegensatz dazu gab es nicht nur in den ländlichen Regionen ein Wiederaufleben der Religiosität, wenngleich unter anderen Umständen, denn: bestanden beispielsweise noch 1939 in Bayern 1.424 rein katholische Gemeinden, waren es 1946 nur noch neun. Auch wurden nach 1945 eine ganze Reihe von evangelischen Schwesternschaften und Bruderschaften gegründet, die die Städte mit ihrer eigenen Kultur und ihren Diensten prägten. Aus welchen Gründen und wie diese Entwicklungen bis zum Vorabend des II. Vatikanischen Konzils abliefen und warum dies so wichtig für das Verständnis aller weiteren Entwicklungen ist, wird der Referent unter besonderer Berücksichtigung des urbanen Raums an ausgewählten Beispielen darstellen.
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, Memmingen, 18.00 - 19.30 Uhr

28.10.2020, Prof. Georg Süss-Fink
Plastik oder Plaste? - Zur Entwicklung der chemischen Industrie im geteilten Nachkriegsdeutschland
Der Referent zeigt die Bedeutung der Chemiewirtschaft für die Volkswirtschaft auf und zeigt die Entwicklungslinien von der Entstehung der chemischen Industrie in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die 60er Jahre auf. Dabei geht er auf die besondere Rolle Deutschlands ein, das um 1900 das führende Land in der Chemie war. Er erklärt an besonders sinnhaften Beispielen außerdem die weitere Entwicklung bis in die 60er Jahre: Von der Zwischenkriegszeit und I. G. Farben (des größten Unternehmens Europas) bis zur Gründung der Farbennachfolger 1952 und dem Beginn des Kunststoff-Zeitalters in Ost und West sowie des Wandels der Rohstoffbasis der chemischen Industrie.
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, Memmingen, 18.00 - 19.30 Uhr

11.11.2020, Dr. Peter Barth
China - die alte neue Weltmacht
Die Großmacht ist auf dem Weg zur Supermacht: wirtschaftlich, politisch und militärisch. Chinas Wirtschaft boomt. Die in den 1980er Jahren eingeleitete und in den Folgejahren konsequent fortgeführte Reform- und Öffnungspolitik hat zu einem geradezu explodierenden Wirtschaftswachstum geführt, was besonders an den Mega-Städten sichtbar wird. Der rasante Aufstieg hat eine Kehrseite. So sind neben enormen Fortschritten schwerwiegende Konsequenzen für die Sozialstruktur des Landes und seine Umwelt nicht zu übersehen. Die Widersprüche sind groß, und sie betreffen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen: Es gibt Ansätze einer Zivilgesellschaft neben dem Beharrungsvermögen der Diktatur der Kommunistischen Partei, makroökonomische Stabilität neben sozialem Chaos, irrwitzigen Reichtum neben bitterster Armut, Entwicklung neben gravierender Umweltverschmutzung und Umweltzerstörung. Die angehende Supermacht China ist wirtschaftliche Großmacht und Entwicklungsland in einem. China macht sich bereit, den frei werdenden Platz der amerikanischen Führungsnation zu übernehmen.
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, Memmingen, 18.00 - 19.30 Uhr

18.11.2020, Christa Koch
Land Art
Die spektakuläre temporäre Verhüllung des Arc de Triomphe in Paris durch den Verpackungskünstler Christo, die im Jahr 2020 stattfinden sollte und die dann aufgrund des Corona-Ausbruchs und des plötzlichen Todes Christos auf das Jahr 2021 verschoben wurde, liefert den aktuellen Anlass, sich einmal mit der Geschichte von Kunstwerken zu befassen, die unter dem Begriff "Land Art" bzw. "Earth Art" zusammengefasst werden. Wesentlich für Land Art-Projekte ist, dass sie die Mauern des Museums bzw. anderer fester Ausstellungsräume verließ und in Naturräume hinauswanderte, wobei das "Material Natur": Erde, Wasser, Gestein, Luft zum integralen Bestandteil neuer künstlerischer Werkkonzeptionen wurde. Da diese Arbeiten vielfach in weit abgelegenen Landschaften verwirklicht wurden sind sie oftmals nur von einer geringen Anzahl von Betrachtern vor Ort zu erleben. Einer breiteren Öffentlichkeit werden sie deshalb in Videos, Fotos und Texten zugänglich gemacht, wie z.B. Walter de Marias "Ligthning Field" in Caton County, New Mexiko. Erinnert sei auch an ein frühes Werk Christos, und zwar an den im Juni 1995 verhängten Reichstag in Berlin, das bis heute nicht nur als ästhetisch überwältigendes, sondern auch als politisches Kunstereignis von seltenem Rang gewürdigt wird.
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, Memmingen, 18.30 - 20.00 Uhr

25.11.2020, Christa Koch
Street Art
Wie die Land Art verließ auch die Street Art oder Urban Art die gewohnten Kunsträume, doch zog es sie nicht primär in einsame Landschaften, sondern ausschließlich in Großstädte. Es waren zunächst junge amerikanische Künstler wie Jean Michel Basquiat und Keith Haring, die mit neuen, zum Teil sozialkritischen Themen und ungewohnten Maltechniken öffentliche Räume besetzten und somit ein anderes anderes Publikum erreichten als primär das Bildungsbürgertum der Museen und einer etablierten Hochkunst. Seit wann gibt es Street Art, wo liegen ihre Wurzeln, werden ihre besten Werke als Kunst anerkannt? Und wem gehören diese Werke überhaupt, die sich zum Teil an Häuserwänden, an Mauern oder anderen für Malerei nutzbaren städtischen Flächen befinden? Und kann man überhaupt noch von Street Art sprechen, wenn sie dann doch in Museen oder Galerien landet und Höchstpreise auf dem internationalen Kunstmarkt erzielt? Und wie grenzt man echte Street Art von den zahlreichen laienhaften Graffiti-Erzeugnissen ab?
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, Memmingen, 18.30 - 20:00 Uhr

02.12.2020, Ingo Mayer
Musikalische Strömungen in Europa und den U.S.A. nach 1945
Nach 1945 sind insbesondere die musikalischen Entwicklungen außerhalb Deutschlands interessant. Komponisten in europäischen Staaten und in den U.S.A. schreiben für die neu entwickelten elektronischen Instrumente Sounds und zwar vor dem Hintergrund klassischer Musik der Vor- und Nachkriegszeit. Klangflächenkompositionen, serielle und elektronische Musik, Experiment und Aleatorik bis hin zur Minimal Music der 1960er Jahre sind das Ergebnis ihrer Kompositionen, die häufig "sphärisch" klingen. Der Referent erklärt diese Entwicklung anhand von Beispielen und nimmt Sie mit auf eine spannende Reise durch Klang, Raum und Zeit.
Veranstaltungsort: Vöhlin Gymnasium, Kaisergraben 21, Nebengebäude Raum NO6, 18.00 - 19.30 Uhr

09.12.2020, Dr. Steffen Ewig
Philosophinnen - Gibt’s die überhaupt?
Eine Spurensuche nach den Frauen in der Philosophie von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Natürlich gibt es seit Menschengedenken auch denkende Frauen, speziell neben den bekannten Philosophen auch geistig bedeutende Philosophinnen. Doch kommen sie in den traditionellen Philosophiegeschichten meist nicht vor.
Das hat viele Gründe, u. a. die im christlichen Abendland über Jahrhunderte gepflegte Annahme, Männer komme der Geist zu und Frauen die Sinnlichkeit. Dies verhinderte, dass denkende Frauen als Philosophinnen bekannt und erfolgreich wurden. Dazu gab es erhebliche Beschränkungen für Frauen, eine höhere Bildung zu erlangen und sich öffentlich als fachlich qualifizierte Denkerinnen zu präsentieren. Dies kommentiert 1964 die berühmte Philosophin Hannah Arendt mit der Bemerkung: "Das braucht ja nicht eine männliche Beschäftigung zu bleiben!"
An diesen Abenden sollen bedeutende Denkerinnen vorgestellt und in ihren maßgeblichen Gedanken und Theorien gewürdigt werden.
Hannah Arendt (1906 - 1975)
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, Memmingen, 18.00 - 19.30 Uhr

16.12.2020, Jörg Stuttmann
Humor und Witz im urbanen Nachkriegsdeutschland
Im Februar 2019 wäre Heinz Erhardt 110 Jahre alt geworden. Seine größten Erfolge feierte er ab 1957 im Kino in Filmkomödien wie "Der müde Theodor", "Witwer mit fünf Töchtern", "Der Haustyrann" und anderen. Die Themen knüpfen oft an den Zeitgeist der Nachkriegszeit an. In vielen seiner Filmrollen spielt er einen netten, aber etwas verwirrten und ungeschickten Familienvater oder Verwandten, der gerne Unsinn erzählt. Allerdings verfasste er auch lustige Texte, deren Witz sehr an Friederike Kempner (1828 - 1904) erinnern. Zufall oder nicht? Sie und Heinz Erhardt haben sich zwar nie persönlich kennengelernt, zu unterscheiden ist ihr Humor allerdings z. T. kaum. Der universal gebildete Autor, Historiker, Synchron- und Hörspielsprecher versteht es, den besonderen Witz der Beiden nicht nur unterhaltsam und eindrucksvoll, sondern auch sehr abwechslungsreich zu präsentieren. Ein unbedingtes "Muss" im Rahmen des Studium Generale. Freuen Sie sich auf einen unterhaltsamen Abend auf hohem Niveau.
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, Memmingen, 18.00 - 19.30 Uhr



Dieser Kurs ist bereits ausgebucht. Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich. Bitte wählen Sie ein Alternativangebot aus oder wenden Sie sich an die vhs-Geschäftsstelle unter der Ruf-Nr. 08331 850-187.

Foto: Paris Orlando / Copyright: CC BY-SA 4.0 (Foto: Paris Orlando / Copyright: CC BY-SA 4.0)

Kursort

Schweitzerstr. 17
87700 Memmingen

Termine

Datum
30.09.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Schweitzerstr. 17, CVJM-Haus
Datum
07.10.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Rathaus, Rathaushalle
Datum
14.10.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Schweitzerstr. 17, CVJM-Haus
Datum
21.10.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Schweitzerstr. 17, CVJM-Haus
Datum
28.10.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Schweitzerstr. 17, CVJM-Haus
Datum
11.11.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Schweitzerstr. 17, CVJM-Haus
Datum
18.11.2020
Uhrzeit
18:30 - 20:00 Uhr
Ort
Schweitzerstr. 17, CVJM-Haus
Datum
25.11.2020
Uhrzeit
18:30 - 20:00 Uhr
Ort
Schweitzerstr. 17, CVJM-Haus
Datum
02.12.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Vöhlin-Gymnasium
Datum
09.12.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Schweitzerstr. 17, CVJM-Haus
Datum
16.12.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Schweitzerstr. 17, CVJM-Haus