192MM1004 Studium Generale

Beginn Mi., 25.09.2019, 18:00 - 19:30 Uhr
Kursgebühr 84,00 €
Dauer 14 Abende
Kursleitung Dr. Steffen Ewig
Rainer Holl
Christa Koch
Jörg Stuttmann
Dr. Peter Barth
Dr. phil. Walter Eschenbacher
Dr. Markwart Herzog
Stefanie Keßler
Prof. Dr. Udo Worschech
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25.09.19, Rainer Holl
Die Städte der Diktatoren
In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gelangten fast überall in Europa Diktatoren an die Macht: Stalin, Mussolini, Franco, Hitler, um nur die bekanntesten zu nennen. Sie bestimmten nicht nur die jeweilige Staatsform, sondern prägten mit ihrem Größenwahn auch die Planung und das Bild der Städte. Der Referent geht ihren heute noch sichtbaren Spuren nach und schildert das Leben der Menschen unter diesen Verhältnissen.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

02.10.19, Rainer Holl
Ruinen - wohin man schaut
Wir sind heute entsetzt und fassungslos, wenn wir die aktuellen Bilder aus den zerstörten Städten des Vorderen Orients sehen, aus denen Menschen zu fliehen versuchten und immer noch fliehen.
Kaum vorstellbar, dass solche Bilder vor über 70 Jahren fast ganz Europa prägten. Was als Wiedergeburt der Nationen begonnen hatte, endete im vernichtenden Bombenhagel. Bei vielen Älteren sind die Erinnerungen daran heute noch lebendig. Sie und die Bilder und Aufzeichnungen aus diesen Jahren sollen Zeugnis und Mahnung für ein friedliches Europa sein.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

09.10.19, Dr. Peter Barth
Weltfriede in Gefahr? Zur aktuellen Situation
1914 / 1939 / 20?? - Der Weltfriede ist heute je denn mehr in Gefahr. Die politischen Konfliktherde gleichen heute einer tektonischen Plattenverschiebung, die jederzeit Erdbeben auslösen und jederzeit ihre Lage verändern kann. Ob Naher Osten, Ukraine, Syrien, Irak usw. - die Konflikte sind vielfältiger Art. Vor nunmehr 80 Jahren brach der 2. Weltkrieg aus. Wird die Friedensphase in Europa weiter andauern können?
Der Friedensforscher Dr. Peter Barth bespricht die aktuellen Konflikte aus der Perspektive von wissenschaftlichen Untersuchungen und Insiderwissen.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

16.10.19, Dr. phil. Walter Eschenbacher
Literatur im Dritten Reich
Bücherverbrennung und die Folgen. NS Literaturpolitik: Maßnahmen und Auswirkungen.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

23.10.19, Dr. Markwart Herzog
Fußball unter dem Hakenkreuz: Inszenierungen der Macht im urbanen Raum
Der Vortrag behandelt das Fußballspiel in der NS-Zeit unter dem Gesichtspunkt, ob und inwieweit dieser Sport als eminent wichtiger Faktor in der städtischen Freizeitkultur für die Inszenierung der Macht, die politische Indoktrination und Stabilisierung der nationalsozialistischen Herrschaft genutzt wurde. Analysiert werden der Starkult in großstädtischen Vereinen, die Sportpresse und die Bildmedien des Fußballspiels im "Dritten Reich".
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

06.11.19, Dr. phil. Walter Eschenbacher
Deutsche Literatur im Exil
Entstehung des Doktor Faust (Thomas Mann). Zeugnisse und Dokumente zur Exilsituation
Dieser Abend schlägt u. a. auch die Brücke zur Ausstellung "Wir sind Faust", die in der Stadtbibliothek vom 7. bis 18. Oktober zu sehen ist.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uh


13. und 27.11.19, Christa Koch
Kunst und Architektur im Nationalsozialismus
Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 und der Beginn ihrer Kampagne "Entartete Kunst", mit dem frühen Höhepunkt der gleichnamigen Ausstellung 1937 in München, bildet einen markanten Einschnitt für die avantgardistische Kunst und Architektur der frühen Moderne. Jeder freie künstlerische Ausdruck wurde unterbunden, Kunst und Baukultur wurden als Instrumente faschistischer Umerziehung und politischer Gleichschaltung instrumentalisiert, und - wie alle anderen wichtigen Bereiche im Staat - Gegenstand ständiger Überwachung durch das Reichssicherheitshauptamt. Freie Kunst von freien Künstlern für freie Menschen existierte nicht mehr. Wie geht man heute um mit den Zeugnissen dieses Unrechtsregimes? Sperrt man die NS-Kunst weg, reißt man die NS-Bauten ab? Dies ist keine Lösung, es gilt aufzuklären, Die erneute Diskussion über Emil Nolde und sein mehr als enges Verhältnis zum Nationalsozialismus hat einmal mehr gezeigt, wie verstrickt und anpassungsfähig auch diejenigen Künstler sein konnten, die sich nachträglich als Opfer stilisierten.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.30 - 20.00 Uhr

04.12.19, Stefanie Keßler
Dmitri Schostakowitsch - Komponist zwischen künstlerischer Freiheit und ideologischem Zwang
Wie kann ein Künstler vor dem Druck des sowjetischen Regimes bestehen, ohne seine Identität aufzugeben? Die Lebensgeschichte des Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) vermittelt eine Vorstellung davon, was ein solcher Drahtseilakt bedeuten kann. Teilweise als Vorzeigekomponist verehrt, dann wieder streng gerügt, wandelte er zeitlebens zwischen den Welten. Anhand von musikalischen Eindrücken aus verschiedenen Epochen seines Schaffens soll ein Einblick in Leben und Werk eines Komponisten gegeben werden, der seinen Weg zwischen Ausdruckswillen und Regimezwang suchte.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.30 - 20.00 Uhr

11.12.19 und 08.01.20, Prof. Dr. Udo Worschech
Eine hohe Geburtenrate war im sog. Dritten Reich gewünscht und wurde gefördert. Die Nazis brauchten Menschen für den Krieg und für ihre irrsinnigen Besiedelungspläne. Menschen wurden daher auch regelrecht gezüchtet, z. B. in "Lebensborn", in einem von der SS getragenen, staatlich geförderten Verein, dessen Ziel es war, auf der Grundlage der nationalsozialistischen Rassenhygiene und Gesundheitsideologie die Erhöhung der Geburtenziffer "arischer" Kinder herbeizuführen. Die Ideen dazu stammten u. a. aus der Tierzucht. Alle Grenzen der Moral wurden dabei überschritten. Wie aber standen christlichen die Kirchen dazu, wie reagierten sie?
Was denken die Kirchen heute darüber, wenn in den Laboratorien die schlimmsten Befürchtungen wahr werden und dem Klon-Schaf Dolly in nicht mehr allzu langer Zeit der geklonte Mensch folgt und die Trennung zwischen Mensch, geklonten Menschen und humanoiden Robotern verwischen und auf der anderen Seite Menschen mit Handikap erst gar nicht das Licht dieser Welt erblicken? Der Dozent greift diese moralisch-ethisch tiefgreifende Diskussion aus theologischer Sicht auf.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

18.12.19, Jörg Stuttmann
"Weihnachten in der Großstadt"
Nirgendwo ist in der Advents- und Weihnachtszeit die Diskrepanz zwischen Andacht und Kommerz, zwischen Innehalten und hektischer Betriebsamkeit größer als in den Städten. Verzweifelte Bemühungen, die "stade Zeit" zu beschwören wechseln mit vorweihnachtlichem Termindruck, familiäre Idylle mit Dramen, wirkliche Besinnlichkeit mit falschem Getue...
Jörg Stuttmann belegt diese Diskrepanz mit einer ganzen Reihe höchst unterschiedlicher literarischer Beiträge - von Karl Heinrich Waggerl bis zu Robert Gernhard.
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

15. und 22.01.20, Dr. Steffen Ewig
Philosophinnen - Gibt’s die überhaupt?
Eine Spurensuche nach den Frauen in der Philosophie von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Natürlich gibt es seit Menschengedenken auch denkende Frauen, speziell neben den bekannten Philosophen auch geistig bedeutende Philosophinnen. Doch kommen sie in den traditionellen Philosophiegeschichten meist nicht vor.
Das hat viele Gründe, u.a. die im christlichen Abendland über Jahrhunderte gepflegte Annahme, Männer komme der Geist zu und Frauen die Sinnlichkeit. Dies verhinderte, dass denkende Frauen als Philosophinnen bekannt und erfolgreich wurden. Dazu gab es erhebliche Beschränkungen für Frauen, eine höhere Bildung zu erlangen und sich öffentlich als fachlich qualifizierte Denkerinnen zu präsentieren. Dies kommentiert 1964 die berühmte Philosophin Hannah Arendt mit der Bemerkung: "Das braucht ja nicht eine männliche Beschäftigung zu bleiben!"
An diesen Abenden sollen bedeutende Denkerinnen vorgestellt und in ihren maßgeblichen Gedanken und Theorien gewürdigt werden.
Philosophinnen des 19. und 20. Jahrhunderts:
1. Hedwig Conrad-Martius (1888 - 1966)
2. Edith Stein (1891 - 1942)
Veranstaltungsort: Grimmelhaus, EG1, 18.00 - 19.30 Uhr

Jeder Teilnehmer erhält eine 5er bzw. 14er Karte zugeschickt. Bitte legen Sie diese Karte bei jedem Veranstaltungsbesuch zum Abzeichnen vor.

Das Studium Generale versteht sich als eine eigenständige Vorlesungsreihe, die entweder im Verbund für 14 Veranstaltungen zu 84,- € oder als Fünferblock ("5 aus 14") zu 50,- € gebucht werden kann. Die Teilnehmerkarten werden abgezeichnet. Eine Voranmeldung ist notwendig. Einzelveranstaltungen können nicht außerhalb der Pakete besucht werden. Die Karte ist übertragbar.




Kursort

EG, Raum 1, Ulmer Str. 19, Memmingen

Ulmer Str. 19
87700 Memmingen

Termine

Datum
25.09.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
02.10.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
09.10.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
16.10.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
23.10.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
06.11.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
13.11.2019
Uhrzeit
18:30 - 20:00 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
27.11.2019
Uhrzeit
18:30 - 20:00 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
04.12.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
11.12.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
18.12.2019
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
08.01.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
15.01.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1
Datum
22.01.2020
Uhrzeit
18:00 - 19:30 Uhr
Ort
Ulmer Str. 19, Grimmelhaus, Erdgeschoss, Raum 1