211MM1001 Studium Generale

Beginn Mi., 24.02.2021, 18:00 - 19:30 Uhr
Kursgebühr 84,00 €
Dauer 13 Abende
Kursleitung Dr. Steffen Ewig
Rainer Holl
Christa Koch
Dr. phil. Walter Eschenbacher
Prof. Dr. Udo Worschech
Dr. Peter Barth
Dr. Martin Lanzinger
Dr. phil. Dieter Strauss
Thomas Schwarz
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24.02.21, Rainer Holl
Urbanisierung: die Beschleunigung des Lebens

Bis zum Ende des Mittelalters reichte die Zeiteinteilung in Morgen, Mittag und Abend in Stadt und Land völlig aus. Erst mit der Entwicklung des Bankenwesens und der Ausweitung des Welthandels brauchte man genauere Zeitabsprachen. Zunächst gab es die öffentlichen Turmuhren. Doch bald ermöglichten die Taschen- und schließlich die Armbanduhren den ortsunabhängigen Blick auf die Uhr. Schließlich wurde nicht nur die Tageszeit, sondern mit der Industrialisierung auch die Arbeit in kleine Takte aufgeteilt. "Zeit ist Geld" (Benjamin Franklin) wurde die neue Devise. Der traditionelle Lebensrhythmus passte nicht mehr zu den individuellen Bedürfnissen. Aber nicht nur die Zeit wurde immer knapper. Mit dem Zuzug in die Städte mit ihrem Arbeitsplatzangebot wurde auch der Boden immer kostbarer. Mieten und Immoblienpreise kletterten in schwindelnde Höhen.Wie sich solche Entwicklungen auf das Zusammenleben der Menschen in Familie, Arbeitswelt, Kultur, Politik und sogar Religion auswirkten, soll im Vortrag geschildert werden.

Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, 18.00 - 19.30 Uhr


03.03.21, Rainer Holl

Plätze, die Geschichte machten

Mittelpunkt einer Stadt war immer ein Platz gewesen, auf dem die Bürger zusammenkamen. Dort machten sie ihre Geschäfte, hielten Gericht, begeisterten sich für neue Ideen oder verwarfen sie. Dort feierten sie Feste oder begannen Revolutionen. Zum Ende der Vortragsreihe über "Urbanisierung" soll noch einmal ein Gang durch die Geschichte der Stadt geboten werden, der sich an den besonderen Plätzen orientiert, von der "Agora" in Athen über den "Petersplatz" in Rom bis zum "Platz des himmlischen Friedens" in Bejing.

Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, 18.00 - 19.30 Uhr


10. und 17.03.21, Christa Koch

Bitte beachten sie die kurzfristige Themenänderung aufgrund der Pandemie!

Fremde Welten. Ein Blick zurück in die rätselhaften Städte und die fantastischen Landschaften der Surrealisten.

Welche Bilder wird einstmals die Kunst finden, um Corona zu beschreiben? In Zeiten existentieller Krisen, in denen die vertraute Welt dem Menschen auf einmal fremd, ja bedrohlich erschien, gelang es Künstlern immer wieder, traumatischen Erfahrungen nachzuspüren und Gegenwelten zu entwickeln. Dazu zählen auch die irrationalen rätselhaften Lebensräume der Surrealisten. Nach den entsetzlichen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges erschien dieser an keine bestimmte Nation, an kein eindeutiges Medium und an keine feste Form gebundenen Gruppe ein primär von Zweckdenken und Vernunft geprägtes Weltbild als zu einseitig. Gemeinsam war ihnen allen – Giorgio de Chirico, Joan Miró, Max Ernst, René Magritte, Salvador Dali – die Suche nach Wahrheiten jenseits der Norm, hin zu freiem Denken und Empfinden, in dem Rationales und Irrationales gleichwertig nebeneinander existieren können. Was finden wir heute in ihren Werken? In diesen magischen, fantastischen, so nie gesehen Welten, den menschenleeren Städten und Plätzen, den von Pflanzen überquellenden Urwäldern, den endlosen Wüsten, in denen verstreut auftauchende Dinge des Alltags zur rätselhafte Stimmung beitragen? Sind dies Stätten des Unbehausten und des Gefahrbringenden? Oder liegt in ihnen nicht auch das Versprechen, Momente einer verlorenen Identität wiederzufinden?

Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, 18.30 - 20.00 Uhr


24.03.21, Prof. Udo Worschech
Ethik und Moral: Im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft
Die physische Orientierung im Alltag ist vielen heute vordergründig, ja das erste Mal seit Jahrtausenden fast völlig problemlos - dank Internet. Sogar ein kleiner Satellit findet nach 2 Jahren seinen 500m kleinen Bennu-Asteroiden, holt sich Erde von seiner Oberfläche und wird in einiger Zeit damit wieder zur Erde zurückkehren. Orientierung aber unter menschheitlichem Gesichtspunkt ist chaotisch. Gerade in freiheitlich-demokratischen Völkern machen Angebote und die Vielfalt der Möglichkeiten orientierungslos, weil der Einzelne sich einer Vielzahl von materiellen und geistig-geistlichen Angeboten gegenüber sieht. Hat er überhaupt noch Zeit für ethische Fragen und Moral? Kann sich der Einzelne noch mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft identifizieren, da hier oft genug ganz andere Regeln gelten als im privaten Bereich? Den vielschichtigen Problemen, die sich aus diesen Spannungsfeldern in Gegenwart und Zukunft ergeben, geht der Referent nach.
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, 18.00 - 19.30 Uhr


14. und 21.04.21, Dr. Walter Eschenbacher
Marcel Proust (1871-1922) zum 150. Geburtstag.
1. Abend: Biographie und Werk, Teil 1; 2. Abend: Werk, Teil 2
Das umfangreiche Romanwerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ kennen die allermeisten nur dem Namen nach. Denn mit seinen sieben Bänden, mit einem Umfang von ca. 4.000 bis 5.000 Seiten, ist dieser Lesestoff, wie man so sagt: „Ein harter Brocken“. Zeit und Durchhaltevermögen für die Lektüre fehlen oft. Dabei handelt es sich bei diesem Roman um eines der zukunftsweisenden und prägendsten Beispiele der Erzählliteratur des 20. Jahrhunderts. Es geht um „eine Schule der Empfindsamkeit“, „einen Kontinent der Wahrnehmungen“, die Entdeckung „bislang unbeschriebener Eindrücke“ (Denis Scheck). Das Ganze als riesiges Werk der Erinnerung. Themen des Romans sind die des gesamten Jahrhunderts: Nationalismus, Antisemitismus, Homosexualität, krankhafte Eifersucht, das „Ich“, Liebe, Tod, urbane Kunst und Kultur, das Älterwerden, die Zeit. Deshalb soll an zwei Abenden versucht werden, das Werk in seiner Einzigartigkeit, aber auch Schwierigkeit vorzustellen.
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, 18.00 - 19.30 Uhr

28.04.21, Dr. Martin Lanzinger
Viren – aus einer anderen Perspektive
Wer „Virus“ hört, denkt aktuell sofort an Covid-19 und an seine Folgen wie Ansteckungsgefahr, Ausgangsbeschränkungen, Flugverbote, verlassene Straßen in Megacities, Mund-Nasen-Schutz, Lock-Down und an die vielen Opfer dieser Pandemie. Der Referent hat jedoch als Mediziner und Wissenschaftsjournalist einen eigenen Blick auf das Thema Viren, die nicht nur krankmachen, sondern auch unterstützend wirken können.Er wagt darüber hinaus eine Perspektive, wie Viren zukünftig zum Wohle der Gesundheit gezielt eingesetzt werden könnten.
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, 18.00 - 19.30 Uhr

05. und 12.05.21, Dr. Steffen Ewig
Philosophinnen – gibt’s die überhaupt?
Eine Spurensuche nach den Frauen in der Philosophie von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. Natürlich gibt es seit Menschengedenken auch denkende Frauen, speziell neben den bekannten Philosophen auch geistig bedeutende Philosophinnen. Doch kommen sie in den traditionellen Philosophiegeschichten meist nicht vor. Das hat viele Gründe, u.a. die im christlichen Abendland über Jahrhunderte gepflegte Annahme, Männer komme der Geist zu und Frauen die Sinnlichkeit. Dies verhinderte, dass denkende Frauen als Philosophinnen bekannt und erfolgreich wurden. Dazu gab es erhebliche Beschränkungen für Frauen, eine höhere Bildung zu erlangen und sich öffentlich als fachlich qualifizierte  Denkerinnen zu präsentieren. Dies kommentiert 1964 die berühmte Philosophin Hannah Arendt mit der Bemerkung: „ Das braucht ja nicht eine männliche Beschäftigung zu bleiben!“ An diesen Abenden sollen bedeutende Denkerinnen vorgestellt und in ihren maßgeblichen Gedanken und Theorien gewürdigt werden.

Philosophinnen des 20. Jahrhunderts

1. María Zambrano (1904-1991)

2. Hannah Arendt (1906 - 1975)

Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, 18.00 - 19.30 Uhr


19.05.21, Dr. Dieter Strauss
Utopie einer besseren Urbanität am Beispiel „Enjoy“ Christo und Jeanne Claude  

Spätestens seit dem „Verhüllten Reichstag“ sind Christo und Jeanne Claude auch in Deutschland eine Legende, bei der sich viele fragen: Ist das Kunst? Welcher Sinn verbirgt sich dahinter? Oder soll man sich nur auf die Schönheit der flüchtigen Monumentalwerke aus Stoff und Stahl konzentrieren, eben nach dem Motto der beiden Künstler „Enjoy“? Und nichts weiter? In den weltberühmten „Surrounded Islands“ (1983), einem Projekt, das elf Inseln in der Biscayne Bay bei Miami mit einem rosa Gewebe umhüllte und das mit dem Schlachtruf „Sink the pink“ von Umweltschützern attackiert wurde, sehen auch heute noch viele Besucher die Projektion einer Inselwelt in der Welt, eine Utopie einer besseren Urbanität, der man hinterherjagen müsse. Die schönsten Stadt-, Landschafts- und Wasserprojekte Christo und Jeanne Claudes werden auf ihre verborgene Sinnhaftigkeit für die Welt von heute befragt. Damit wird eine Projektreise um die Welt gemacht. Der Referent Dr. Dieter Strauss arbeitete 33 Jahre in vier Kontinenten für das Goethe-Institut. Er lebt heute als freier Referent und Sachbuchautor in Offenbach. Mit Christo und Jeanne Claude hat er Veranstaltungen in Santiago de Chile und Paris durchgeführt.

Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, 18.00 - 19.30 Uhr


09.06.21, Thomas Schwarz

Medien im Wandel – Auswirkungen auf Politik und Gesellschaft

Die Medien in Deutschland befinden sich im Umbruch: Vor allem Tageszeitungen und Öffentlicher Rundfunk hatten bis in die 1990er Jahre ein Informationsmonopol. Das ist weggebrochen. Private Sender und so genannte Soziale Medien sind vielfach an ihre Stelle getreten. Was das für sachliche Informationen bedeutet und welche Auswirkungen das auf unsere Gesellschaft und konkret die Demokratie hat, darüber spricht der Redaktionsleiter der Memminger Zeitung.
Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, 18.00 - 19.30 Uhr


16.06.21, Dr. Peter Barth

China - die alte neue Weltmacht

Die Großmacht ist auf dem Weg zur Supermacht: wirtschaftlich, politisch und militärisch. Chinas Wirtschaft boomt. Die in den 1980er Jahren eingeleitete und in den Folgejahren konsequent fortgeführte Reform- und Öffnungspolitik hat zu einem geradezu explodierenden Wirtschaftswachstum geführt, was besonders an den Mega-Städten sichtbar wird. Der rasante Aufstieg hat eine Kehrseite. So sind neben enormen Fortschritten schwerwiegende Konsequenzen für die Sozialstruktur des Landes und seine Umwelt nicht zu übersehen. Die Widersprüche sind groß, und sie betreffen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen: Es gibt Ansätze einer Zivilgesellschaft neben dem Beharrungsvermögen der Diktatur der Kommunistischen Partei, makroökonomische Stabilität neben sozialem Chaos, irrwitzigen Reichtum neben bitterster Armut, Entwicklung neben gravierender Umweltverschmutzung und Umweltzerstörung. Die angehende Supermacht China ist wirtschaftliche Großmacht und Entwicklungsland in einem. China macht sich bereit, den frei werdenden Platz der amerikanischen Führungsnation zu übernehmen.

Veranstaltungsort: CVJM-Haus, Schweitzerstr. 17, 18.00 - 19.30 Uhr


Jeder Teilnehmer erhält eine 5er bzw. 13er Karte zugeschickt. Bitte legen Sie diese Karte bei jedem Veranstaltungsbesuch zum Abzeichnen vor.




Foto: Paris Orlando / Copyright: CC BY-SA 4.0 (Foto: Paris Orlando / Copyright: CC BY-SA 4.0)

Kursort

Schweitzerstr. 17
87700 Memmingen

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