Hvorecky, Michal
Michal Hvorecky, Autor und Übersetzer, geboren 1976, lebt in Bratislava. Auf Deutsch erschienen bereits drei seiner Romane, eine Novelle und das Kinderbuch „Donau – ein magischer Fluss“. Hvorecky verfasst regelmäßig Beiträge für zahlreiche Zeitschriften wie Falter oder F.A.Z. In seiner Heimat engagiert er sich für den Schutz der Pressefreiheit und gegen antidemokratische Entwicklungen und auch in der Leseförderung. Im März 2026 erschien sein persönliches politisches Sachbuch "Dissident" (Tropen Verlag, Klett-Cotta).
Am 10. Dezember 1989 betritt Michal Hvorecky zum ersten Mal die »freie Welt«. Jahrzehnte später droht ihm eine fünfjährige Haftstrafe, weil er die Kulturministerin seiner Heimat kritisiert hat. Mit viel Gespür für die feinen Risse in der Gesellschaft verwebt Hvorecky in seinem ersten Sachbuch seine persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen mit einer scharfen Analyse der politischen Gegenwart. Ein mutiger Text über die Zerbrechlichkeit der Demokratie, die Kraft der Zivilgesellschaft, die neuen Dissidenten des 21. Jahrhunderts und die Notwendigkeit, zu widersprechen. Entlang seiner eigenen Geschichte verfolgt Michal Hvorecky den Weg Europas vom Fall des Eisernen Vorhangs bis zur Rückkehr autoritärer Ideologien. Die Euphorie der Samtenen Revolution, der hoffnungsvolle Aufbruch in ein neues Europa und heute: der Kampf gegen ultrarechte Kulturpolitik. Eindringlich zeigt er, dass unser aller Einsatz für die Demokratie zwingend gefordert ist. Der Historiker Karl Schlögel über das Buch von Michal Hvorecky in einer E-Mail an den Autor: Karl Schlägel Pre: Michal Hvorecky Re: Gruss aus Bratislava Lieber Michal Hvorecky, ich war hingerissen von dem Buch, von der Genauigkeit der Erinnerung, der faszinierenden Familiengeschichte und der Entschiedenheit, ja auch: Zuversicht, die aus den Zeilen spricht. Ich war viel in Mitteleuropa unterwegs, aber die Zips, über die ich auch gearbeitet habe, fehlt mir noch. Vielleicht schaffe ich es doch noch in meiner Lebenszeit. Ihnen alles Gute! Ihr Karl Schlägel