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Man fällt positiv auf, wenn man über etwas spricht, mit dem man sich beschäftigt, das man verstanden und durchdacht hat. Am besten gelingt dies in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.
Das Studium Generale gibt Ihnen dazu Gelegenheit. Es hat zum Ziel, Ihren Horizont zu erweitern und Sie mit interessierten Menschen Interessantes, z. B. aus Geschichte, Gesellschaft, Politik, Philosophie, Kunst, Musik, Literatur, Medizin, Technik und Astronomie erfahren und diskutieren zu lassen. Die Welt des Wissens und der Bildung hält bestimmt auch für Sie Überraschungen bereit. Expertinnen und Experten vermitteln Ihnen in gut verständlicher Art und Weise die wesentlichsten Wissensinhalte unserer komplex gewordenen Welt.
Sie können jederzeit einsteigen und benötigen dazu keine besonderen Voraussetzungen.
Vermittelt wird vielseitiges Grundlagen- und Spezialwissen unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Entwicklungen, Erkenntnissen und Debatten.
Im Mittelpunkt des Studium Generale stehen ab diesem Semester die "Umbrüche Europas und das verblüffende Erbe". Besonderer Fokus liegt bei den geplanten Veranstaltungen auf der Zeit von der Spätantike zum frühen Mittelalter. Eine Phase, die erst auf dem zweiten Blick interessante Parallelen mit unserer Zeit aufweist. Wie immer wird dieser Themenschwerpunkt durch andere, sorgsam ausgewählte Aspekte ergänzt, erweitert und Bezüge zur Jetztzeit hergestellt.
28.09.22, Rainer Holl
Der weite Horizont des „finsteren“ Mittelalters
Meist spricht man heute vom "finsteren Mittelalter", das man unbedingt hinter sich lassen muss. Das ist sicher berechtigt.
Doch es gibt auch einen anderen Blick auf diese fernen Jahrhunderte. Es war bei aller Gewalt und Unsicherheit doch auch eine Zeit der Begegnung voller Innovationen. Selbst von den bekämpften Feinden bekam das Abendland wesentliche Anregungen für das Miteinander, für Medizin, Naturwissenschaft, Technik, Musik und sogar für die Religion. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Handel weit über die Grenzen des christlichen Europa hinaus.
Der Vortrag will diese faszinierende Geschichte unserer eigenen Kultur in Erinnerung rufen und das Verständnis von wesentlichen Entwicklungen und Brüchen dieser Epoche aufzeigen.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr

05.10.22 Rainer Holl
Die Kirche des Mittelalters: Zwischen Einheitsstreben und Spaltung
Das Mittelalter verstand sich als Gemeinwesen, das den christlichen Glauben als Grundlage hatte. Diese Basis zu formulieren und zu erhalten, war die Aufgabe der Kirche. Die weltliche Obrigkeit sorgte für die nötige äußere Stabilität.
Allerdings gingen die Auffassungen darüber, was christlich sei, von der ersten Generation der Christen an oft weit auseinander. Mit großer Mühe und nicht ohne Gewalt wurden die grundlegenden Inhalte des Glaubens festgelegt. Das wurde besonders wichtig als das Christentum im 4.Jh. zur römischen Staatsreligion aufstieg. Damit waren jedoch abweichende Auffassungen nicht aus der Welt geschafft. Sie hielten sich unter der Oberfläche und brachen immer wieder auf. 1054 kam es zum ersten Schisma der Christenheit, in dem die lateinische und die orthodoxe Kirche sich trennten. Die Abwanderung enttäuschter Gläubiger in die Einsamkeit der Wüste war eine Protestbewegung, die aber im Raum der Kirche blieb. Daraus entstand schließlich die klösterliche Lebensform. Viele abweichende Glaubensüberzeugungen wurden jedoch hart bekämpft. Von den Katharern, einer starken, von der lateinischen Kirche abweichenden Glaubensrichtung in Südfrankreich, leitet sich die Bezeichnung "Ketzer" ab. Sie wurden mit militärischer Gewalt vernichtet. Dennoch hat das Auftreten der Ketzer die Kirche auf Defizite und Missbräuche verwiesen und zu Reformen beigetragen. Über diese Wirkungen der alternativen Christen des Mittelalters will der Vortrag informieren.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr

12.10.22, Dr. Peter Barth
Herausforderung Russland
Philosophinnen und Philosophen stießen in ihrer Zeit immer wieder auf Widerstand, Unverständnis und Ablehnung. Oft genug jedoch nahmen ihre zentralen Überlegungen zum Sinn des Lebens und zur Stellung des Menschen zur Welt starken und nachhaltigen Einfluss auf Individuum und Gesellschaft. Sie beeinflussten das Denken ganzer Epochen und bewirkten eine Öffnung des Blicks auf Mensch und Welt. Der Referent bespricht die epochalen Ideen und philosophischen Schulen – immer auch in Hinblick auf das Jetzt und Hier.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr





19.10.2022: Dr. phil. Walter Eschenbacher
Vergil und sein Hauptwerk „Aeneis“
Publius Vergilius Maro (70 – 19 v. Chr.) wuchs in der Nähe von Mantua auf und kam über verschiedene Zwischenstationen nach Rom. Er verfasste sein Epos „Aeneis“ in den Jahren 29 bis 19 v. Chr. Das Werk schildert die Flucht des Aeneas aus dem brennenden Troja über Karthago nach Italien; es wird damit zur mythischen Vorgeschichte Roms. Am bekanntesten ist vielleicht die Beziehung zwischen Aeneas und Dido, der Königin von Karthago – davon handelt z. B. die Oper „Die Trojaner“ von Hector Berlioz. Man sagt: Vergil uns seine „Aeneis“ stehen zwischen Homer und Dante.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr


26.10.2022, Dr. phil. Walter Eschenbacher
Dante Alighieri (1265 – 1321) und sein Hauptwerk „Göttliche Komödie“ (1301 – 1321)
Dante wurde in Florenz geboren und starb im Exil in Ravenna. Die „Göttliche Komödie“ besteht aus den drei Teilen: Hölle – Fegefeuer/Läuterungsberg – Paradies. Dantes Führer durch die „Unter- bzw. Überwelt“ sind Vergil und seine „Geliebte“ Beatrice. Der Ich-Erzähler Dante begegnet auf seiner Reise den Seelen unzähliger Figuren, die aber wie lebendig auftreten. Goethe über Dante: „…das außerordentliche Genie…, das Mit- und Nachwelt in Erstaunen setzt...
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr


09.11.22 und 11.01.23, Dr. Steffen Ewig
Umbrüche in der Entwicklung der Philosophie im Mittelalter des 12. und 13. Jahrhunderts
Völkerwanderung, Kreuzzüge und die Begegnung mit anderen Kulturen hatten starke Einflüsse auf die Philosophie. Umgekehrt beeinflusste die Philosophie aber auch Herrschende, Herrschaftsformen, ethisches Denken und Handeln.
Im Mittelpunkt der thematisch zusammenhängenden Vorlesungen zur Philosophie geht es einerseits um die Entwicklungsstränge der Philosophie, andererseits um einzelne Philosophen, an denen sich neue Denkmuster besonders klar erkennen lassen. Dass dies Auswirkungen bis in unsere Zeit hat, verdeutlicht der Dozent an Beispielen.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr


23.11.22, 18.00 - 19.30 Uhr, Prof. Dr. Georg Süss-Fink
Brüche als Meilensteine - Zur ideengeschichtlichen Entwicklung der modernen Chemie

30.11.22, Prof. Dr. Udo Worschech
Von den letzten Dingen
Eschatologie in den monotheistischen Religionen
Die Vorstellungen von den letzten Dingen der Welt weichen in den monotheistischen Religionen kaum voneinander ab. Warum aber gleichen sich diese Vorstellungen so? Der Dozent sucht den Ursprung dieser Ur-Vorstellungen in den Schichten der ältesten uns bekannten Religionen auf und fördert dabei Überraschendes zutage. Auch die Frage, warum es gerade in diesem Punkt so starke gemeinsame Vorstellungen gibt, die sich bis in unsere Tage nicht geändert haben, wird mit in seine Überlegungen einbezogen. Freuen Sie sich auf eine spannende Reise zu den Quellen religiösen Denkens.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr


7.12.2022 und 14.12.2022, Christa Koch
Die Geschichte der Kunst und ihrer Funktionen. Teil 2: Hochmittelalter und frühe Neuzeit. 
Anknüpfend an den zeitlichen Rahmen vom Ende der römisch geprägten Spätantike bis zum frühen Mittelalter wird nun das Hochmittelalter bis zur frühen Neuzeit im Fokus unserer Betrachtungen stehen, wobei die generellen Fragestellungen des vergangenen Semesters weiterhin verbindlich bleiben.
 Immer schon, seitdem es Kunst gibt, hatte sie unterschiedliche Funktionen zu erfüllen. Die Kunst, Kunstwerke zum Sprechen zu bringen, darf sich von daher nicht allein auf deren ästhetische Wirkung beschränken. Sie muss sich vielmehr mit Fragen nach den religiösen, den politischen und den abbildenden Rahmenbedingungen auseinandersetzen, ohne dabei den schöpferischen Gesamtprozess, aber auch den singulären Wert des Einzelwerkes, aus den Augen zu verlieren. In komprimierter Form sollen Haupt- und Nebenwegen abendländischer Kunstentwicklungen zu Zeiten der Ottonen, der Salier und der Staufer, als eines Schmelztiegels verschiedenster Ideen und Eingebungen, nachgespürt werden.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr


21.12.22, Dr. Martin Lanzinger
Zwischen Wunderheilung, moderner Operation und Vier-Säfte-Lehre
Hippokrates (460-370 v. Chr.), gilt als Begründer der wissenschaftlichen Medizin. Seine Werke wurden in Griechisch verfasst. Lateinische Übersetzungen gab es nicht. Nach dem Untergang des weströmischen Kaisertums (476/480) und der Zurückdrängung der ehemaligen Besatzer, ging jedoch ein großer Teil des Wissens um diese Erkenntnisse verloren. Kaum jemand war noch des Griechischen mächtig und in der Lage, die in der nun fremden Sprache verfassten handschriftlichen Texte zu entziffern. Einzig in den Klöstern wurde das antike Erbe bewahrt. Allerdings stand diesem Wissen die christlich motivierte Vorstellung vom göttlichen Heilsplan gegenüber. Krankheit war aus der Sicht jener Zeit kein den Organismus unbeabsichtigt treffendes Übel, sondern gottgewollt. Die Heilung Kranker stellte daher nach Auffassung der Kirchenväter mehr oder minder ein Eingreifen in die göttliche Bestimmung dar, andererseits jedoch legitimierte sich Heilung durch die Wunderheilungen Christis.
Der Referent geht den Entwicklungssträngen der unterschiedlich organisierten Medizin im Mittelalter auf den Grund und bietet auch Einsichten in konkrete Behandlungsmethoden, die nicht immer zur Heilung der Patienten führten.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr
Das Studium Generale versteht sich als eine eigenständige Vorlesungsreihe, die entweder im Verbund für 12 Veranstaltungen zu 84,- € oder als Fünferblock ("5 aus 12") zu 50,- € gebucht werden kann. Eine Voranmeldung ist notwendig. Einzelveranstaltungen können nicht außerhalb der Pakete besucht werden. Ihre Anmeldung ist, solange die Pandemie dem noch entgegensteht, nicht übertragbar und nur für die angemeldete Person gültig.

Kurstermine 12

  •  
    Ort / Raum
    • 1
    • Mittwoch, 28. September 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    1 Mittwoch 28. September 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    • 2
    • Mittwoch, 05. Oktober 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    2 Mittwoch 05. Oktober 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    • 3
    • Mittwoch, 12. Oktober 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    3 Mittwoch 12. Oktober 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    • 4
    • Mittwoch, 19. Oktober 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    4 Mittwoch 19. Oktober 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    • 5
    • Mittwoch, 26. Oktober 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    5 Mittwoch 26. Oktober 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    • 6
    • Mittwoch, 09. November 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    6 Mittwoch 09. November 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    • 7
    • Mittwoch, 23. November 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    7 Mittwoch 23. November 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    • 8
    • Mittwoch, 30. November 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    8 Mittwoch 30. November 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
  • 8 vergangene Termine
    • 9
    • Mittwoch, 07. Dezember 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    9 Mittwoch 07. Dezember 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    • 10
    • Mittwoch, 14. Dezember 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    10 Mittwoch 14. Dezember 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    • 11
    • Mittwoch, 21. Dezember 2022
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    11 Mittwoch 21. Dezember 2022 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    • 12
    • Mittwoch, 11. Januar 2023
    • 18:00 – 19:30 Uhr
    • Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
    12 Mittwoch 11. Januar 2023 18:00 – 19:30 Uhr Kolbehaus, Donaustr. 1, Eingang 1, Raum 3
Man fällt positiv auf, wenn man über etwas spricht, mit dem man sich beschäftigt, das man verstanden und durchdacht hat. Am besten gelingt dies in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.
Das Studium Generale gibt Ihnen dazu Gelegenheit. Es hat zum Ziel, Ihren Horizont zu erweitern und Sie mit interessierten Menschen Interessantes, z. B. aus Geschichte, Gesellschaft, Politik, Philosophie, Kunst, Musik, Literatur, Medizin, Technik und Astronomie erfahren und diskutieren zu lassen. Die Welt des Wissens und der Bildung hält bestimmt auch für Sie Überraschungen bereit. Expertinnen und Experten vermitteln Ihnen in gut verständlicher Art und Weise die wesentlichsten Wissensinhalte unserer komplex gewordenen Welt.
Sie können jederzeit einsteigen und benötigen dazu keine besonderen Voraussetzungen.
Vermittelt wird vielseitiges Grundlagen- und Spezialwissen unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Entwicklungen, Erkenntnissen und Debatten.
Im Mittelpunkt des Studium Generale stehen ab diesem Semester die "Umbrüche Europas und das verblüffende Erbe". Besonderer Fokus liegt bei den geplanten Veranstaltungen auf der Zeit von der Spätantike zum frühen Mittelalter. Eine Phase, die erst auf dem zweiten Blick interessante Parallelen mit unserer Zeit aufweist. Wie immer wird dieser Themenschwerpunkt durch andere, sorgsam ausgewählte Aspekte ergänzt, erweitert und Bezüge zur Jetztzeit hergestellt.
28.09.22, Rainer Holl
Der weite Horizont des „finsteren“ Mittelalters
Meist spricht man heute vom "finsteren Mittelalter", das man unbedingt hinter sich lassen muss. Das ist sicher berechtigt.
Doch es gibt auch einen anderen Blick auf diese fernen Jahrhunderte. Es war bei aller Gewalt und Unsicherheit doch auch eine Zeit der Begegnung voller Innovationen. Selbst von den bekämpften Feinden bekam das Abendland wesentliche Anregungen für das Miteinander, für Medizin, Naturwissenschaft, Technik, Musik und sogar für die Religion. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Handel weit über die Grenzen des christlichen Europa hinaus.
Der Vortrag will diese faszinierende Geschichte unserer eigenen Kultur in Erinnerung rufen und das Verständnis von wesentlichen Entwicklungen und Brüchen dieser Epoche aufzeigen.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr

05.10.22 Rainer Holl
Die Kirche des Mittelalters: Zwischen Einheitsstreben und Spaltung
Das Mittelalter verstand sich als Gemeinwesen, das den christlichen Glauben als Grundlage hatte. Diese Basis zu formulieren und zu erhalten, war die Aufgabe der Kirche. Die weltliche Obrigkeit sorgte für die nötige äußere Stabilität.
Allerdings gingen die Auffassungen darüber, was christlich sei, von der ersten Generation der Christen an oft weit auseinander. Mit großer Mühe und nicht ohne Gewalt wurden die grundlegenden Inhalte des Glaubens festgelegt. Das wurde besonders wichtig als das Christentum im 4.Jh. zur römischen Staatsreligion aufstieg. Damit waren jedoch abweichende Auffassungen nicht aus der Welt geschafft. Sie hielten sich unter der Oberfläche und brachen immer wieder auf. 1054 kam es zum ersten Schisma der Christenheit, in dem die lateinische und die orthodoxe Kirche sich trennten. Die Abwanderung enttäuschter Gläubiger in die Einsamkeit der Wüste war eine Protestbewegung, die aber im Raum der Kirche blieb. Daraus entstand schließlich die klösterliche Lebensform. Viele abweichende Glaubensüberzeugungen wurden jedoch hart bekämpft. Von den Katharern, einer starken, von der lateinischen Kirche abweichenden Glaubensrichtung in Südfrankreich, leitet sich die Bezeichnung "Ketzer" ab. Sie wurden mit militärischer Gewalt vernichtet. Dennoch hat das Auftreten der Ketzer die Kirche auf Defizite und Missbräuche verwiesen und zu Reformen beigetragen. Über diese Wirkungen der alternativen Christen des Mittelalters will der Vortrag informieren.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr

12.10.22, Dr. Peter Barth
Herausforderung Russland
Philosophinnen und Philosophen stießen in ihrer Zeit immer wieder auf Widerstand, Unverständnis und Ablehnung. Oft genug jedoch nahmen ihre zentralen Überlegungen zum Sinn des Lebens und zur Stellung des Menschen zur Welt starken und nachhaltigen Einfluss auf Individuum und Gesellschaft. Sie beeinflussten das Denken ganzer Epochen und bewirkten eine Öffnung des Blicks auf Mensch und Welt. Der Referent bespricht die epochalen Ideen und philosophischen Schulen – immer auch in Hinblick auf das Jetzt und Hier.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr





19.10.2022: Dr. phil. Walter Eschenbacher
Vergil und sein Hauptwerk „Aeneis“
Publius Vergilius Maro (70 – 19 v. Chr.) wuchs in der Nähe von Mantua auf und kam über verschiedene Zwischenstationen nach Rom. Er verfasste sein Epos „Aeneis“ in den Jahren 29 bis 19 v. Chr. Das Werk schildert die Flucht des Aeneas aus dem brennenden Troja über Karthago nach Italien; es wird damit zur mythischen Vorgeschichte Roms. Am bekanntesten ist vielleicht die Beziehung zwischen Aeneas und Dido, der Königin von Karthago – davon handelt z. B. die Oper „Die Trojaner“ von Hector Berlioz. Man sagt: Vergil uns seine „Aeneis“ stehen zwischen Homer und Dante.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr


26.10.2022, Dr. phil. Walter Eschenbacher
Dante Alighieri (1265 – 1321) und sein Hauptwerk „Göttliche Komödie“ (1301 – 1321)
Dante wurde in Florenz geboren und starb im Exil in Ravenna. Die „Göttliche Komödie“ besteht aus den drei Teilen: Hölle – Fegefeuer/Läuterungsberg – Paradies. Dantes Führer durch die „Unter- bzw. Überwelt“ sind Vergil und seine „Geliebte“ Beatrice. Der Ich-Erzähler Dante begegnet auf seiner Reise den Seelen unzähliger Figuren, die aber wie lebendig auftreten. Goethe über Dante: „…das außerordentliche Genie…, das Mit- und Nachwelt in Erstaunen setzt...
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr


09.11.22 und 11.01.23, Dr. Steffen Ewig
Umbrüche in der Entwicklung der Philosophie im Mittelalter des 12. und 13. Jahrhunderts
Völkerwanderung, Kreuzzüge und die Begegnung mit anderen Kulturen hatten starke Einflüsse auf die Philosophie. Umgekehrt beeinflusste die Philosophie aber auch Herrschende, Herrschaftsformen, ethisches Denken und Handeln.
Im Mittelpunkt der thematisch zusammenhängenden Vorlesungen zur Philosophie geht es einerseits um die Entwicklungsstränge der Philosophie, andererseits um einzelne Philosophen, an denen sich neue Denkmuster besonders klar erkennen lassen. Dass dies Auswirkungen bis in unsere Zeit hat, verdeutlicht der Dozent an Beispielen.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr


23.11.22, 18.00 - 19.30 Uhr, Prof. Dr. Georg Süss-Fink
Brüche als Meilensteine - Zur ideengeschichtlichen Entwicklung der modernen Chemie

30.11.22, Prof. Dr. Udo Worschech
Von den letzten Dingen
Eschatologie in den monotheistischen Religionen
Die Vorstellungen von den letzten Dingen der Welt weichen in den monotheistischen Religionen kaum voneinander ab. Warum aber gleichen sich diese Vorstellungen so? Der Dozent sucht den Ursprung dieser Ur-Vorstellungen in den Schichten der ältesten uns bekannten Religionen auf und fördert dabei Überraschendes zutage. Auch die Frage, warum es gerade in diesem Punkt so starke gemeinsame Vorstellungen gibt, die sich bis in unsere Tage nicht geändert haben, wird mit in seine Überlegungen einbezogen. Freuen Sie sich auf eine spannende Reise zu den Quellen religiösen Denkens.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr


7.12.2022 und 14.12.2022, Christa Koch
Die Geschichte der Kunst und ihrer Funktionen. Teil 2: Hochmittelalter und frühe Neuzeit. 
Anknüpfend an den zeitlichen Rahmen vom Ende der römisch geprägten Spätantike bis zum frühen Mittelalter wird nun das Hochmittelalter bis zur frühen Neuzeit im Fokus unserer Betrachtungen stehen, wobei die generellen Fragestellungen des vergangenen Semesters weiterhin verbindlich bleiben.
 Immer schon, seitdem es Kunst gibt, hatte sie unterschiedliche Funktionen zu erfüllen. Die Kunst, Kunstwerke zum Sprechen zu bringen, darf sich von daher nicht allein auf deren ästhetische Wirkung beschränken. Sie muss sich vielmehr mit Fragen nach den religiösen, den politischen und den abbildenden Rahmenbedingungen auseinandersetzen, ohne dabei den schöpferischen Gesamtprozess, aber auch den singulären Wert des Einzelwerkes, aus den Augen zu verlieren. In komprimierter Form sollen Haupt- und Nebenwegen abendländischer Kunstentwicklungen zu Zeiten der Ottonen, der Salier und der Staufer, als eines Schmelztiegels verschiedenster Ideen und Eingebungen, nachgespürt werden.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr


21.12.22, Dr. Martin Lanzinger
Zwischen Wunderheilung, moderner Operation und Vier-Säfte-Lehre
Hippokrates (460-370 v. Chr.), gilt als Begründer der wissenschaftlichen Medizin. Seine Werke wurden in Griechisch verfasst. Lateinische Übersetzungen gab es nicht. Nach dem Untergang des weströmischen Kaisertums (476/480) und der Zurückdrängung der ehemaligen Besatzer, ging jedoch ein großer Teil des Wissens um diese Erkenntnisse verloren. Kaum jemand war noch des Griechischen mächtig und in der Lage, die in der nun fremden Sprache verfassten handschriftlichen Texte zu entziffern. Einzig in den Klöstern wurde das antike Erbe bewahrt. Allerdings stand diesem Wissen die christlich motivierte Vorstellung vom göttlichen Heilsplan gegenüber. Krankheit war aus der Sicht jener Zeit kein den Organismus unbeabsichtigt treffendes Übel, sondern gottgewollt. Die Heilung Kranker stellte daher nach Auffassung der Kirchenväter mehr oder minder ein Eingreifen in die göttliche Bestimmung dar, andererseits jedoch legitimierte sich Heilung durch die Wunderheilungen Christis.
Der Referent geht den Entwicklungssträngen der unterschiedlich organisierten Medizin im Mittelalter auf den Grund und bietet auch Einsichten in konkrete Behandlungsmethoden, die nicht immer zur Heilung der Patienten führten.
Veranstaltungsort: Maximilian-Kolbe-Haus, Donaustraße 1, Seminarraum 3, 18.00 - 19.30 Uhr
Das Studium Generale versteht sich als eine eigenständige Vorlesungsreihe, die entweder im Verbund für 12 Veranstaltungen zu 84,- € oder als Fünferblock ("5 aus 12") zu 50,- € gebucht werden kann. Eine Voranmeldung ist notwendig. Einzelveranstaltungen können nicht außerhalb der Pakete besucht werden. Ihre Anmeldung ist, solange die Pandemie dem noch entgegensteht, nicht übertragbar und nur für die angemeldete Person gültig.